Mühlenverband Rheinland
Willkommen beim Rheinischen Mühlenverband e. V.

Infoartikel



   DGM-Jahrestagung 2022 in Halberstadt

Die Jahrestagung 2022 der DGM konnte planmäßig und termingerecht in Halberstadt durchgeführt werden. Vom 24. bis 26. Juni konnten so die gastgebenden Veranstalter des Arbeitskreises Mühlen Sachsen-Anhalt über 80 Teilnehmer begrüßen. Nachdem am Freitagnachmittag bereits die Vorstandssitzung und Auftaktsitzung des Beirates im „K 6 Seminarhotel“ abgehalten worden war, folgte dort am Abend die Eröffnungsveranstaltung mit Begrüßungsworten des DGM-Präsidenten, der Vertreterin des Landkreises Harz sowie des Arbeitskreises, gefolgt von einem Bericht über die Halberstädter Mühlen. Mit der Eröffnung des Buffets begann der gesellige Gesprächsabend.
Am Samstag stand für Begleitpersonen eine informative Rundfahrt durch Halberstadt mit bunter Straßenbahn zur Verfügung oder ein Ausflug zu den ehemaligen Höhlenwohnungen in Langenstein.

Begrüßung im Hotel ‛K 6’


Stadtführung Halberstadt

Wohnhöhle (Langenstein)

Zur Eröffnung der Mitgliederversammlung am Samstag richtete Prof. Dr. Ing. Weinig neben der allgemeinen und besonderen Begrüßung des Gastredners und des Ehrenvorsitzenden Erhard Jahn einen ausdrücklichen Dank an Ludwig Angerpointer für die trotz schwieriger Umstände gelungene Jahrestagung 2021 in Bayern.

Prof. Weinig benannte einige Themen, mit denen die DGM vorrangig beschäftigt ist, wie die destruktive Beeinträchtigung der Wassermühlen durch die Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) und auch die Weiterentwicklung der Via Molina, für die man sich um weitere Mitgliedsländer bemüht. Weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit Österreich, weitere Kontakte bestehen zu Rumänien und Estland wie auch Polen und Bulgarien.

Der Vorsitzende des RMV, Reinhold Pillich, der neben unserem Geschäftsführer Dr. Ferdinand Schmitz das Rheinland vertrat, ist in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der DGM mit der Einrichtung eines Beirates betraut, dessen Aufgaben die flächendeckende Unterstützung der bundesweiten Mühlen sein soll, wie er in einem Kurzreferat erläuterte. Die Versammlung wählte später als Beisitzer der DGM Ansgar Rahmacher (Verwalter der Datenbank), Florian Butt (Müller in Niedersachsen), Christian Meyer (Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern) und Gerald Bost (Berlin, TIMS). Zur Bearbeitung vielfältiger Aufgaben plant die DGM für Herbst 2022 eine Klausurtagung.

Der Geschäftsführer F. Rohlfing berichtete, dass die DGM zur Zeit 3250 Mitglieder hat, davon 155 Direktmitglieder. Für letztere wurde nach Erhöhung der allgemeinen Mitgliedsumlage in den Landesverbänden ebenfalls eine Anpassung beschlossen, von 20 € auf 50 € bzw. 50 € auf 100 € für Verbände. Bei einem Kassenbestand von 78 T€ hat die DGM für 2022 Investitionen in Höhe von 17 T€ geplant, wobei ein erheblicher Anteil auf die Neugestaltung der Webseite entfällt. Der gestiegene Personalkostenbeitrag an den Kreis Minden-Lübbecke erfordert in Zukunft auch ein höheres Budget.

R. Pillich erläutert den neuen Beirat
Mühle Nicola in Schleswig


Preisübergabe stellvertretend
an U. Karstens u. R. Weiß

Der DGM-Preis aus der Anneliese-Schücking-Stiftung  ging an Arnd Jansohn für den Wiederaufbau einer Abbruch-Mühle am Schlei-Ufer in Schleswig. Die Mühle liefert regelmäßig Mehl aus Bioland-Getreide an Bäcker der Umgebung. Stellvertretend für den verhinderten Preisträger nahmen Uwe Karstens (als Laudator) und Rüdiger Weiß den Preis entgegen.

Sachsen-Anhalt ist das Land der Bockwindmühlen, wie wohl viele bereits beim Anblick des 4-m-großen Modells bei der Anmeldung im Hotel-Foyer vermutet haben. Bei dem Fachvortrag „Mühlen in Sachsen-Anhalt“ von Prof. Henry Bergmann über Entwicklung und Bestand der Mühlen wurde das dann auch deutlich; abgesehen vom Harz im Süden ist das Land weitgehend durch flache Landschaften der Norddeutschen Tiefebene gekennzeichnet, wo Windmühlen weit verbreitet sind. In dieser Region sind viele Bockmühlen vorhanden, die offenbar die DDR-Zeit ganz gut überstanden haben, trotzdem aber heute vielfach vom Verfall bedroht sind.


Prof. H. Bergmann berichtet über die Mühlen des
Landes und die Aufgaben des Arbeitskreises.

Unter den Zielen der 4 Exkursionen befanden sich denn auch insgesamt 3 Bockwindmühlen, in Danstedt, Anderbeck und Sargstedt, aber auch etliche Wassermühlen wie z. B. in Klein-Quenstedt oder im „Mühlendorf“ Abbenrode (gut 900 Einwohner), wo ein kleines romantisches Bächlein ehemals 6 Mühlen antrieb. Wer dem Mühlenwanderweg zur restaurierten Mühle Otto folgt, wird unweigerlich an die Max-und-Moritz-Geschichten von Wilhelm Busch erinnert.

Auch die Wassermühle am Paulsplan in Badersleben hat als liebevoll hergerichteter 3-Seiten-Hof mit inhäusigem restaurierten Wasserrad und erhaltenem Mahlgang einige romantische Aspekte. Das insgesamt dreisitzige doppelte Plumpsklo fand bald mehr Aufmerksamkeit als das 4-m-Wasserrad mit seiner alten Welle. Sehenswert und auch den „Müllern“ freundlich dargeboten ist ein privates Tierarzt-Museum der Besitzerfamilie.

Der Mühlbach entspringt aus einer Quelle am Hang des nur wenig südlich gelegenen Höhenrückens Huy und speiste nach historischen Karten auf den ersten 7 Kilometern 15 Wasserräder.

Tagungsorganisator W. Sarömba
und der Mühleneigner Dr. Dreier

Wasserrad der Baderslebener Mühle


Drei stille Beobachter

Wer das Glück hatte, an der Bockmühle in Anderbeck bei Kaffee und Kuchen in schattiger Streuobstwiese die Exkursion zu beenden, erfreute sich noch eine Weile am schönen Wetter und der frischen Luft. Auch das Abendbuffet im Hotel konnte mit Grill im Freien genossen werden. Wie am Vorabend sorgte die Musikschule Schicker für musikalische Begleitung.

Der herzliche Dank des DGM-Präsidenten (wie wohl aller Teilnehmer) für die gelungene Jahrestagung ging an die Gastgeber und Organisatoren vom Arbeitskreis Mühlen Sachsen-Anhalt e.V., dem Vorsitzenden Ludgar Eckers, dem DGM-Delegierten Torsten Neitzel und dem eifrigen Schriftführer Winfried Sarömba. Für nächstes Jahr hat Bettina Böhme nach Chemnitz in Sachsen eingeladen.


Bockwindmühle Anderbeck





  Deutscher Mühlentag 2022

Auch die MühlenfreundeAuch die Mühlenfreunde und -förderer streben nach den mehrjährigen Ausfällen und Verschiebungen wegen der bekannten Virus-Epidemie wieder mehr Normalität an. So konnte der Deutsche Mühlentag wieder am Pfingstmontag, 06.06.2022 begangen werden und mit 636 Meldungen bundesweit ist zwar noch nicht wieder der frühere Stand (ca. 1000) erreicht, aber erheblich mehr Beteiligung als im Herbst des vergangenen Jahres.

Im Rheinland beteiligten sich 33 Wind- und Wassermühlen an dem seit 1994 von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e. V. (DGM) veranstalteten Mühlenfest, von Bonn bis Emmerich, vom Selfkant bei Heinsberg bis ins Bergische Land bemühten sich Besitzer und Betreiber, den neugierigen Besuchern Kultur und Technik der Mühlen nahezubringen. Einige Mühlen wurden in der vergangenen Zwangspause technischen Ertüchtigungen unterzogen, wie man z. B. beim Verein Historischer Mühlen im Selfkant lesen konnte, allerdings waren nicht alle Mühlen in besichtigungsfähigen Zustand gekommen. Dennoch drehten sich an der Haarener Mühle die Flügel und zahlreiche Besucher ließen sich die Technik außen erklären. Die überaus kostspieligen Reparaturen zur Erhaltung historischer Mühlen sind nur mit Hilfe von Fördermitteln, z. B. aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ des Landes NRW, der NRW-Stiftung oder der Stiftung Deutscher Denkmalschutz zu bewerkstelligen.


Waldfeucht-Haaren


Die „Mühlenspechte“ an der Geismühle in Krefeld mussten ausgerechnet zum Mühlentag die Windbretter an den Flügeln zur Reparatur abnehmen, machten aber Führungen und Brotverkauf, während den Dinslakener Müllern der Holzwurm das 200-jährige Jubiläum der Hiesfelder Windmühle total vermasselt hat. An der Wassermühle konnte aber Brot gebacken werden und alte Traktoren waren zu bewundern.


Geismühle in Krefeld


Lohmühle in Duisburg-Baerl


Auch die Lohmühle in Duisburg-Baerl hatte Oldtimer zu bieten, Kaffee, Kuchen, Würstchen und natürlich die nach langjähriger Restaurierung erstmals wieder zu besichtigende Turmwindmühle, die im Herbst auch wieder ihre Flügel drehen soll. Dort wird ebenfalls nachvollziehbar, welch großer Aufwand an Zeit, Geld und Arbeit zur Mühlenerhaltung notwendig ist. Das ehrenamtliche Engagement der Mühlenfreunde im Rheinland kam gerade an diesem Mühlentag wieder besonders zum Ausdruck und ist hoch anzurechnen.


Clörather Wassermühle

Grottenhertener Windmühle


Dass auch Wassermühlen ohne Wasser einen Besuch lohnen können, zeigt sich am Beispiel der Clörather Mühle in Viersen. Der Mühle war Bestandteil eines Niederrheinischen Vierkanthofes, der die Niers-Begradigung in den 1930er Jahren buchstäblich das Wasser abgegraben hat. Neben der ruhenden Schauanlage mit Getriebe und säulengetragenem Mühlgerüst mit zwei Steinmahlgängen bietet das landwirtschaftliche Ensemble in idyllischer Auenlage auch einen Blick auf die benachbarte Storchenbrut.
Ebenfalls ohne Wasser und Rad ist die Paffendorfer Mühle in Bergheim, die in einem großen Vierkanthof Platz für Bierwagen, großes Grill- und Kuchenbuffet sowie viele Besucher bietet. Zur Besichtigung stand die zuletzt mit E-Motor betriebene Mahleinrichtung, zum Verkauf Mühlenbrot und diverse Handarbeiten.

Wer sich auf den Weg zur voll funktionsfähigen Grottenhertener Windmühle bei Bedburg gemacht hatte, konnte nach kompetenter Führung durch den Bergholländer vor dem Durchfahrtstor zur Erfrischung Platz nehmen, solange der Getränke-Vorrat reichte.

Betreiber und Besucher duften sich über wunderbar sonniges Pfingstwetter freuen und dem Vernehmen nach waren wohl die meisten Veranstalter mit dem Verlauf und dem Besuchsaufkommen zufrieden. Hoffen wir auf entsprechende Fortsetzung im nächsten Jahr.


 







Clörath




  RMV-Jahrestagung 2022 in Wegberg

Nach der Jahrestagung in Rees 2019 war für 2020 die Tagung in Wegberg geplant. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie musste sie leider abgesagt werden, und auch 2021 konnte keine Mitgliederversammlung abgehalten werden. Für dieses Jahr hat der Vorstand aufgrund vieler wichtiger Themen eine Versammlung geplant, den Termin aber auf den Mai verschoben. So wurde die offizielle Jahrestagung des RMV am 14.05.2022 in Wegberg durchgeführt, wo die Stadt Wegberg dafür das Forum neben der Burg zur Verfügung stellte. Der großzügige Raum war wegen schwer zu planender Corona-Verhältnisse ausgewählt worden, konnte aber kaum von den Besuchern gefüllt werden, da viele wohl noch sehr zurückhaltend auf solche Ereignisse reagieren.

Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Reinhold Pillich begrüßte Herr Bürgermeister Michael Stock die Versammlung in der Mühlenstadt Wegberg, was am Vortag der Landtagswahl besonderen Dank verdient. Er wies auf die historische Bedeutung und das Allein-stellungsmerkmal der 14 am Ort vorhandenen Mühlen hin, von denen 6 heute einen gastronomischen Betrieb beherbergen. Die Wegberger Mühle stellt als Veranstaltungsraum für viele Vereine eine Anlaufstelle dar, und die Stadt bietet mit teilweise nach den Niederlanden grenzüberschreitenden Mühlentouren oder der Familien-Rallye um das Wegberger Gold zahlreiche touristische Angebote.


Forum Wegberg

Bürgermeister M. Stock

 Der Vorsitzende und derzeit kommissarische Geschäftsführer R. Pillich gab einen zusammenfassenden Geschäftsbericht über die stark von der Pandemie geprägten vergangenen 2 Jahre, die neben einem auf Herbst verschobenen und mit wenig Beteiligung ausgeführten Mühlentag 2021 nur einzelne andere Ereignisse aufwiesen. Auch konnte er über die ebenfalls mehrfach verschobene Jahrestagung der DGM im Oktober 2021 in Anger in Oberbayern berichten, auf der u. a. Prof. Dr. Johannes Weinig als Nachfolger für den ausscheidenden Präsidenten der DGM Erhard Jahn gewählt wurde. Auf die damit vakant gewordene Stelle eines Vizepräsidenten wurde unser Vorsitzender Reinhold Pillich von der Versammlung gewählt. Die diesjährige Jahrestagung der DGM wird vom 24.–26.06.2022 in Halberstadt in Sachsen-Anhalt stattfinden.

Nach Bericht über den Kassenstand durch den Schatzmeister und dem Bericht der bereits mehrjährig tätigen Kassenprüfer wurde dem Vorstand von der Versammlung Entlastung erteilt. Somit konnten Neuwahlen für den Vorstand durchgeführt werden, was für alle Positionen nötig war, da der Vorsitzende (für 4 Jahre), weitere Vorstandsmitglieder (für 3 Jahre) alle 12 Jahre gleichzeitig anstehen. Durch den pandemie-bedingten Ausfall der Versammlung 2021 hatte sich die Amtszeit aller um 1 Jahr verlängert, die Amtszeit der Neugewählten beginnt 2022. Für den ausgeschiedenen Geschäftsführer wurde der bereits früher (bis 2011) als Schatzmeister tätige Dr. Ferdinand Schmitz von der Schrofmühle in Wegberg gewählt, als Stellvertretender Geschäftsführer verstärkt künftig Michael Scholten von der Scholtenmühle in Rees den Vorstand. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, alle Wahlergebnisse waren einstimmig bei lediglich Enthaltungen der Betroffenen. Als künftige Kassenprüfer stehen Jochen Porbeck aus Issum (1 weiteres Jahr) und Monika Duvensee aus Wegberg (2 Jahre) zur Verfügung.

R. Pillich und F. Schmitz berichteten über neue Perspektiven zur langjährigen Suche des Vereins nach Archivräumen und Sitz einer Geschäftsstelle. Familie Schmitz bietet solche Räumlichkeiten in der Schrofmühle an, falls erforderliche staatliche Fördermittel zum Ausbau im ehemaligen Speicherboden zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt Wegberg unterstützt das Projekt.

Weitere Themen waren die Digitalisierung des internen Postversands, der Deutsche Mühlentag (2022 sind 32 Teilnehmer im Rheinland gemeldet) sowie die seitens der DGM zum 1. Januar 2023 beschlossene Anhebung der Beitragsumlage wegen gestiegener Unkosten. Dadurch ist auch der RMV zu einer Anhebung des Mitgliedsbeitrags ab dem kommenden Jahr gezwungen, was aber wegen konstanter Beiträge seit 2013 zu akzeptieren ist. Der Beitrag steigt um je 5,– € für die drei Beitragsgruppen.


Geschäftsführer und Stellvertreter:
Dr. F. Schmitz und M. Scholten

R. Pillich verabschiedet
Änne Drießen

Im Jahr 2023 soll die Jahrestagung des RMV wieder früher stattfinden, am 04.03.2023. Für den Austragungsort werden noch Bewerber gesucht.

M. Scholten wies die Versammlung auf eine in Rees geplante Mühlen-Ausstellung vom 20. Nov. 2022 bis 26. Feb. 2023 hin, zu der auch Ausstellungs-Modelle des RMV angefragt werden.

Die ausscheidende Stellvertretende Geschäftsführerin Änne Drießen wurde vom Vorsitzenden mit einem Blumenstrauß und einem guten Tropfen verabschiedet. Sie zählte 1993 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und war seitdem in verschiedenen Funktionen ununterbrochen im Vorstand tätig. In Würdigung ihrer Verdienste für das Mühlenwesen im Rheinland hat ihr die Versammlung die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Die Urkunde dazu wird später nachgereicht.
Nach Stärkung mit einer dieses Jahr als „Corona-Trost“ kostenlos verabreichten Gulaschsuppe haben noch einige Teilnehmer die Gelegenheit und das sommerliche Wetter genutzt, um die nahegelegene und für Stadt und Verein bedeutsame Schrofmühle zu besuchen, oder sich in einer der gastronomisch ausgerichteten Wegberger Mühlen zu erfrischen oder bei Kaffee und Kuchen zu stärken.



   Ein Besuch in der Issumer Herrlichkeitsmühle

        –  (Maßstab 1 : 25)

Am 05.05.2022 bot sich Gelegenheit zu einem privaten Besuch der Issumer Herrlichkeitsmühle, allerdings musste man etwas den Kopf einziehen, denn das Objekt war nur gut einen Meter groß und stand in Krefeld. Unser Mühlenfreund und technisch versierter Maschinenbau-Ingenieur Paul Koenen hat nach mehrjähriger Arbeit sein sechstes Mühlenmodell im Maßstab 1 : 25 fertiggestellt.

Die Modelle bestechen durch absolut maßstabgerechte Detail-Ausführungen, innen wie außen, die nur durch ein langwieriges Aufmaß und die danach erstellte technische Bauzeichnung möglich sind. Die Herrlichkeitsmühle ist aus verschiedenen Hölzern gebaut, wobei alle Konstruktionshölzer aus Eiche sind.

Hat man sich an der filigranen Gestaltung des Modells erfreut, staunt man um so mehr, dass alle Teile voll funktionsfähig ineinander greifen. Wo bei mancher original erhaltenen Windmühle die Räder knarren und ächzen, greifen hier die Kämme nahezu lautlos in die Stockgetriebe und schnurren uhrwerkgleich in ihrer Runde, sofern man nicht den Seilzug vom Bremsbalken anzieht.


(Rohbau 2018)



Das Modell, das vor vier Jahren schon in der Rumpf-Konstruktion entwickelt war, lässt sich auch nach Fertigstellung durch lösen kleiner Schrauben und öffnen der Seitenteile des Acht-kant-Aufbaus von innen bestaunen. Der Mühlenberg des Durchfahrt-Holländers ist seitlich angeschnitten, damit die Mühle zu ihren Artgenossen auf die Fensterbank passt. Die hölzerne Bütt jeweils um die beiden Mahlgänge kann natürlich entfernt werden, um gelegentlich die Steine zu schärfen, was aber vermutlich nicht sobald nötig sein wird.

 

Ist die Mühlenkappe mit der Steertwinde in den Wind gedreht, könnten sich die Gatter-Flügel in Bewegung setzen, wenn sie denn mit Segeln bespannt wären. Die Bruststücke sind im gusseisernen Wellenkopf verkeilt, die Flügelruten an den Bruststücken mit Metallklammern verschraubt (hier M 1,4 in Messing).

(Stand 2018)


Aus den roh zugesägten Teilen sind die präzise eingesetzten und fein eingeschliffenen Kämme des Kammrades geworden, das von der Flügelwelle die Drehbewegung auf die senkrechte Königswelle überträgt. Um das Kammrad greifen die beweglich verbundenen Felgenstücke der flämischen Bremse (Presse), deren Bremsbaum über einen Seilzug auf der Bremstrommel gehoben oder gesenkt werden kann. Die Ästhetik der Hauben-Verschindelung setzt dem Modell sozusagen die Krone auf.



Wenn alles gängig ist, kann der Mahlgang eingekuppelt werden, indem die Spindel des Obertriebs in die L-förmige Aussparung des oberen Lagerbalkens eingerückt wird. Wer dann den Holzkeil zur Verrieglung des Lagers sucht, wird neben dem 2-Cent-Stück fündig.

Was nun noch notwendig wäre, ist die Zucht von Getreidesorten im entsprechenden Maßstab, also nicht auf maximale Größe der Körner gerichtet, sondern in 1 : 25, dann könnte wohl auch unten aus der Mehlpiepe richtiges Mehl herauskommen. Aber das ist ein Problem für Agrar-Ingenieure, nicht für Mühlenbauer, auch solche, die nur im Kleinen Großes leisten. Von Paul Koenen war zu hören, dass er kein weiteres Modell mehr bauen werde, was verständlich ist, da doch mit Bockmühle, Kokermühle und Wassermühle die Fensterbank ihre Kapazitätsgrenze als Mühlenmuseum erreicht hat.





  

 Ostergruss 2022

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes
wünscht allen Mühlenfreunden
ein sonniges und gesundes Osterfest

 

 

    Einladung zur Jahresversammlung 2022

Der Rheinische Mühlenverband lädt seine Mitglieder zur diesjährigen Jahrestagung am 14.05.2022 um 11:00 Uhr im Forum Wegberg, Burgstr. 6, nach längerer Corona-Pause  ein. Der Einladung ist ein Anmeldeformular beigefügt sowie das Meldeformular zur Teilnahme am Deutschen Mühlentag am 06.06.2022.

Die Einladung ist hier als PDF-Datei hinterlegt:    ► Einladung zur Jahresversammlung 2022

Die persönliche Einladung an die Mitglieder wird in den nächsten Tagen per E-Mail bzw. Briefpost verschickt.


   Vorbereitung der Jahresversammlung 2022

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes hat auf seiner Sitzung am 19. Januar beschlossen, die diesjährige Mitgliederversammlung am 14. Mai durchzuführen. Auf seiner Sitzung am 23. März wurden weitergehende Planungen beschlossen. Die Versammlung wird in Wegberg stattfinden, im Forum Wegberg, Burgstr. 6, wo genügend Platz ist, um eine den Corona-Schutzmaßnahmen entsprechende Abwicklung der Veranstaltung zu gewährleisten. Der Termin ist Samstag, 14.05.2022, 11:00 Uhr. Die Mitglieder des Verbandes werden rechtzeitig eingeladen und über die Tagesordnung informiert.


  Wichtige Mitteilung an die Mitglieder

Der Geschäftsführende Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes wird in den nächsten Tagen seinen Mitgliedern wichtige Informationen per E-Mail zustellen. Inhaltlich geht es um Umstellung der Kommunikation auf digitale Wege (E-Mail) sowie die Planung der Jahresversammlung 2022. 

Das Anschreiben ist auch hier als PDF-Datei einzusehen: ►   anschreib-umstellung-e-mail-22.pdf 

Dem Anschreiben werden auch Informationen zum Deutschen Mühlentag und Formulare beigefügt, die hier auf der Seite Mühlentag 2022 zu finden sind. ►  Mühlentag 2022 




 

 Weihnachtsgrüße 2021


 


    

      Liebe Verbandsmitglieder,
      liebe Mühlenfreunde,

auch das zu Ende gehende Jahr 2021 war leider wieder über weite Strecken sehr stark von der Corona-Pandemie negativ beeinträchtigt. In den letzten Wochen wurde das öffentliche Leben sogar wieder von der Pandemie und den damit im Zusammenhang stehenden Einschränkungen bestimmt.

Nachdem wir im Laufe des Jahres wieder auf eine Entspannung der Gesamtsituation gehofft hatten, war diese Freude wohl nur von recht kurzer Dauer. Zwar konnten einige Veranstaltungen wieder durchgeführt werden, allerdings immer nur unter Beachtung einiger Auflagen einhergehend mit vielen zusätzlichen Aufwendungen in organisatorischer Hinsicht und zusätzlich zu beachtenden Bedingungen.

So konnte zwar der Deutsche Mühlentag am 12. September 2021 in Verbindung mit dem Tag des offenen Denkmals wieder durchgeführt werden, aber die niedrigen Zahlen der angemeldeten Mühlen mit nur 179 Teilnehmern zeigen doch, dass die recht kurze Vorbereitungszeit und die erschwerten Rahmenbedingungen viele Mühlenfreunde von einer Teilnahme abgehalten haben.

Der Verbandsvorstand konnte sich nur einmal zu einer gemeinsamen Verbandssitzung in der Wegberger Mühle treffen. Ansonsten musste das Verbandsgeschehen leider wieder überwiegend auf digitale Kontakte reduziert werden. Glückliche Ausnahmen waren beispielsweise die Einweihung des Wasserrades an der Holzlarer Mühle und die Wiedereröffnung der Narrenmühle unserer Mühlenfreunde in Dülken.

Ein sehenswertes Highlight gab es dann aber auch noch zu bestaunen, und zwar am 08. November 2021 und sogar im Fernsehen. Im WDR-Fernsehen wurde eine Folge der Sendung „Lecker auf’s Land“ mit Sternekoch Björn Freitag ausgestrahlt. Drehort war die Donsbrüggener Mühle im Kreis Kleve.

Dabei spielte ein alter Bekannter von uns den „Hauptdarsteller“, nämlich unser langjähriger Mühlenfreund Paul Kersjes. In souveräner Manier und in seiner unnachahmlichen Art präsentierte er sich als absoluter Werbeträger für unsere alte Mühlentradition! Wirklich sehenswert. Vielen Dank, lieber Paul, auch noch an dieser Stelle.

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) konnte nach mehrfachen Absagen dann doch noch durchgeführt werden, und zwar in der Zeit vom 01. bis 03. Oktober 2021 im Berchtesgadener Land, ausgerichtet vom Landesverband Bayern.

Dabei wurde der langjährige Präsident Erhard Jahn würdevoll in den Ruhestand verabschiedet. Da mehrere Bewerber vorhanden waren, musste in geheimer Wahl ein Nachfolger gefunden werden. Neuer Präsident wurde Prof. Dr. Johannes Weinig, der bislang stellvertretender Präsident war.

Als Nachfolger für Prof. Weinig wurde daraufhin vom Präsidium unser Landesverbandsvorsitzender Reinhold Pillich vorgeschlagen. Er wurde anschließend einstimmig von der Mitgliederversammlung zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Nähere Einzelheiten über den Verlauf der Mitgliederversammlung in Bayern sind ausführlich durch die DGM in der Ausgabe Heft 4, November 2021 des „Mühlstein“ berichtet worden.

Trotz angespannter Pandemie-Lage wollen wir zuversichtlich auf das kommende Jahr schauen. So wollen wir die Jahrestagung unseres Landesverbandes, die ja pandemiebedingt bereits mehrfach abgesagt werden musste, endlich wieder durchführen. Der Vorstand wird in seiner Sitzung zum Jahresbeginn im Januar 2022 darüber abschließend beraten, natürlich unter Berücksichtigung der sich aktuell darstellenden Gesamtsituation.

Traditionell wollen wir die Jahrestagung Anfang März 2022 in Wegberg ausrichten, wie es eigentlich bereits geplant war. Wegen der späten Karnevalstermine ist der 12. März 2022 der angedachte Termin. Dies steht natürlich alles wieder unter dem Vorbehalt der pandemischen Entwicklung.

Im Namen des gesamten Vorstandes wünsche ich allen unseren Mitgliedern, Freunden und Förderern eine entspannte Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien und einen guten Start ins neue Jahr 2022, verbunden mit einem herzlichen Dank für die Treue und das entgegengebrachte Vertrauen in nicht ganz so einfachen Zeiten. Vor allen Dingen wünsche ich beste Gesundheit.

   Glück zu

   Reinhold Pillich
   Vorsitzender




   DGM-Jahrestagung in Anger

      – Prof. Weinig Nachfolger von E. Jahn

      – Reinhold Pillich in Vorstand gewählt

Nun hat sie tatsächlich stattgefunden, die Jahreshauptversammlung der DGM. Die ursprünglich für Juni 2020 in Thierhaupten geplante Jahrestagung war zunächst auf Juni 2021 verschoben worden und dann, wiederum aus Gründen der Pandemie, auf Oktober an anderem Ort in Bayern. Vom 01.-03.10.2021 begrüßte der Bayerische Landesverband für Mühlenkunde & Mühlenerhaltung die Tagungsteilnehmer in luftiger Höhe im südöstlichsten Zipfel Deutschlands. Auf der Fürmannalm in Anger fand Freitagnachmittag die Vorstandssitzung statt und die abendliche Eröffnungsveranstaltung mit einem Vortrag von Josef Heringer, Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), Laufen, mit dem Titel: „Getreide - die Seele der Agrikultur“.

Am Samstagvormittag führte ein Partnerprogramm die Betreffenden in die benachbarte Stadt Salzburg, während die Mitglieder der DGM – pandemiebedingt durch Wahl von Ort und Zeit nicht besonders zahlreich vertreten (ca. 40) – sich wieder auf der Fürmannalm versammel-ten. Nach Begrüßung und protokollarischen Festlegungen wurde der DGM-Preis 2021 vergeben, der dieses Jahr an Herrn Wagner in Sonthofen vom bayerischen Landesverband ging, den letzten „aktiven  Mühlenarzt“, der die alte Tradition des Mühlenhandwerks von seinem Vater und Großvater übernommen hat (Tischler, Schreiner, Wagner).

Großes Interesse fand ein Fachvortrag von Dr. Josef Rampl, Geschäftsführer beim Bayerischen Müllerbund, der aufgrund des großen Potentials zur umweltfreundlichen Energiegewinnung eine politische Zukunft für die Wasserkraft sieht.

Der Geschäfts- und Kassenbericht zur Jahresrechnung 2019/2020 weist einen Überschuss aus, der aber auf zweckgebundene europäische Fördermittel zur Gründung der Europäischen Mühlengesellschaft „Via Molina“ zurückzuführen ist. Die Kassenprüfung hatte keine Beanstandungen ergeben, und die Versammlung erteilte dem Vorstand Entlastung.


Blick vom Tagungsort Fürmannalm über Anger im Berchtesgadener Land nach Nordosten Richtung Salzburg. Im Hintergund die Mühlsteinwand
(Foto R. Pillich)




MDB Peter Ramsauer (Mitte) überbrachte die Grußworte des Schirmherren Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel. Links: Geschäftsführer DGM Friedrich Rohlfing, Präsident Erhard Jahn. Rechts: Ludwig Angerpointner, 1. Vors. des BLMM, Markus Winkler, Bürgermeister von Anger
(Foto Marco Rinne, Bad Oeynhausen)

Die Finanzplanung lässt für das Haushaltsjahr 2021 ein Defizit erwarten, was der Neuausrichtung der DGM mit neuem Erscheinungsbild (Logo, Webseite usw.) geschuldet ist. Die DGM hält daher eine Erhöhung der Mitgliedsumlage für die Zukunft für unumgänglich, was aber nicht von allen Landes-/Regionalverbänden befürwortet wird.

Für die Planung der „Via Molina“ werden neben Dänemark und den Niederlanden auch Gespräche mit Österreich, Polen und Estland geführt und sogar Aserbaidschan.

 





Dipl.-Ing. Erhard Jahn übergibt die Präsidentschaft an Prof. Dr. Ing. Johannes Weinig
(Foto Marco Rinne, Bad Oeynhausen)

 

Der Präsident der DGM, Erhard Jahn, hat sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden gestellt. Er hatte die Verbandsführung 1999 von seinem Vorgänger Dr. Rolf Momburg übernommen und somit 22 Jahre lang die DGM erfolgreich geführt und Dank und Anerkennung verdient. Die Wahl des Nachfolgers erfolgte in geheimer Abstimmung und erbrachte eine Mehrheit für Prof. Dr. Ing. Weinig, dem wir zum neuen Amt gratulieren.

Durch die Wahl von Prof. Weinig war eine Stellvertreter-Position frei geworden. Hierfür wurde auf Vorschlag des Vorstandes der 1. Vorsitzende unseres Rheinischen Mühlenverbandes, Reinhold Pillich, einstimmig von der Versammlung in den Vorstand der DGM gewählt, herzlichen Glückwunsch.

Rückblickend auf den Deutschen Mühlentag, ausgeführt zusammen mit dem Tag des offenen Denkmals, wurde eine stark reduzierte Teilnehmerzahl (180) festgestellt. Für das kommende Jahr bleibt wieder „normale“ Teilnahme am Mühlentag und regelmäßige Durchführung der Landesverbandssitzungen zu erhoffen. Auf zu neuen Höhen!


  

   Deutscher Mühlentag 2021 am Tag des offenen Denkmals

Nun hat er tatsächlich stattgefunden, der 27. Deutsche Mühlentag, der bereits zweimal am traditionellen Pfingstmontag Corona-bedingt abgesagt werden musste. Die Zusammenlegung mit dem Tag des offenen Denkmals – veranstaltet durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz – hatte sich angeboten, da viele Mühlen auch Denkmäler sind und manche an diesem Tag (traditionell 2. Sonntag im September) ebenfalls ihre Tore öffnen. Leider hat die Verlegung des Mühlentages und die Festschreibung auf den 12.09.2021 nicht alle Mühlenbetreiber rechtzeitig erreicht, manche haben aber auch wegen des erhöhten Aufwandes der Corona-Schutzmaßnahmen ihre Teilnahme abgesagt.

Bundesweit haben 180 Mühlen am diesjährigen Deutschen Mühlentag teilgenommen, davon im Rheinland 11 zwischen Bonn und Emmerich. So z. B. die Holzlarer Mühle in der Stadt Bonn, die bereits 2020 ein neues Wasserrad erhalten hatte, aber das Einweihungsfest mit Mühlenfreunden und Sponsoren auf den 11.09.2021 verschoben hat. Die bereits 1502 urkundlich als Burgmühle erwähnte Anlage wurde 1988 vor dem Verfall gerettet und als Denkmal eingetragen. Der 1989 gegründete Verein „Holzlarer Mühle e. V.“ führte in den folgenden 10 Jahren schrittweise eine Restaurierung durch und kümmert sich um die ständige Erhaltung. Denkmalpflege ist eine Daueraufgabe und nicht mit einer Einzelaktion erledigt, wie hier der Verfall des hölzernen Wasserrades belegt, das nun durch eine überwiegend metallische Konstruktion ersetzt wurde. Das diesjährige Motto zum Tag des offenen Denkmals lautet: „Sein und Schein – in Geschichte Architektur und Denkmalpflege“ und wenn am Mühlentag das Wasser auf das Rad der Holzlarer Mühle fällt, so scheint es, dass es aus dem höher gelegenen Mühlenteich kommt, aber der ist längst nicht mehr vorhanden und das Wasser wird aus einer Zisterne im Kreislauf gepumpt. Aber so lässt sich am historischen Ort die Funktionsweise einer Wassermühle in allen Schritten anschaulich erklären. 

     ►  https://www.holzlarer-muehle.de

 Holzlarer Wassermühle

Erläuterung des Mahlganges

Auch die Schriefersmühle in Mönchengladbach-Rheindahlen aus dem Jahr 1747 ist ein Beispiel für eine erfolgreiche denkmalgerechte Sanierung einer Mühle. Sie steht im Feld an der Landstraße zwischen Elly’s Bikertreff und einer Tankstelle und scheint eine völlig intakte Windmühle zu sein, denn stolz reckt sie wieder ihre neuen Flügel hoch über die Nachbargebäude als letzter Repräsentant einer vergangenen Technologie in Mönchengladbach – und wer weiß, vielleicht ist die Tankstelle nebenan schon bald ein Denkmal für das Erdöl-Zeitalter. Aber das technische Innenleben der Mühle ist nicht mehr vorhanden, der als Lagerraum genutzte Mühlenstumpf war zudem im Krieg völlig ausgebrannt. Unter Leitung des Fördervereins Schriefersmühle e. V. erfolgte die Restaurierung in den Jahren 2011–2020, wobei das Konzept die äußerliche Wiederherstellung vorsah, den Innenraum aber für kulturelle Veranstaltungszwecke frei hält.

     ►  https://www.schriefersmuehle.de/

Schriefersmühle

in der Mühlenkappe

Die Schrofmühle als voll funktionsfähige Korn- und Ölmühle an der Schwalm in der Mühlenstadt Wegberg ist ein besonderes Denkmal. Der fränkische Vierseithof mit 450-jähriger Geschichte ist seit 200 Jahren in Familienbesitz und wurde in den letzten 40 Jahren schrittweise perfekt saniert und 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Der 2004 gegründete Förder- und Museumsverein Schrofmühle Rickelrath e.V. will satzungsgemäß das Kulturdenkmal in seiner ursprünglichen Form wiederherstellen und in Stand halten sowie für die Volks- und Heimatbildung nutzbar machen. So wurden am Sonntag als „Kindermühlentag“ zahlreiche Aktivitäten für die jüngsten Mühlenfreunde angeboten, die regen Zulauf fanden.

     ►  http://www.schrofmuehle.de/

Schrofmühle

für kleine Müller

Getreidekunde


 


   Neues Wasserrad an der Holzlarer Mühle

Endlich konnte das neue Wasserrad an der Holzlarer Traditionsmühle in Bonn Holzlar im Beisein zahlreicher Gäste offiziell seiner Bestimmung übergeben werden! Pünktlich um 14:00 Uhr war es am Samstag, dem 11. September 2021 soweit.

Die Vorsitzende des örtlichen Mühlenvereins, Gaby Zimmermann, zeigte sich stolz und erleichtert zugleich, dass dieses große anspruchsvolle Projekt durch den Holzlarer Mühlenverein umgesetzt werden konnte. Dies war nur durch die großzügige Unterstützung von Sponsoren möglich gewesen, wie sie ausdrücklich betonte.

Aber auch den vielen Helferinnen und Helfern vor Ort, die allesamt ehrenamtlichen Einsatz gezeigt haben, dankte sie für die großartige Hilfsbereitschaft. Nicht nur die Mitglieder des Mühlenvereins seien hier lobend zu erwähnen, sondern auch die Ortsvereine, wobei sie der Feuerwehr für ihren tatkräftigen Einsatz ebenfalls herzlich dankte.

Unser Vorsitzender Reinhold Pillich überbrachte persönlich die Glückwünsche des Vorstandes unseres Verbandes und ebenfalls die Grüße des Präsidenten Erhard Jahn von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung.

In seiner Rede lobte er den Mut und das große Engagement des Holzlarer Mühlenvereins und seiner Freunde vor Ort und würdigte diesen ehrenamtlichen und selbstlosen Einsatz als „Beitrag zur Erhaltung jahrhundertealter Mühlenkultur für kommende Generationen“ und schloss seinen Vortrag mit unserem traditionellen Müllergruß „Glück zu!“


Die Holzlarer Mühle . . .

. . .und ihr neuese Wasserrad


 
 


  Wissenschaftliche Publikation zur Mühlengeschichte erschienen

Die umfangreiche Literatur der Mühlenforschung ist um ein Exemplar bereichert worden. Als Band 58 der Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins ist die Dissertation von Frau Dr. Susanne Schaule-Lohe unter den Schlagworten
                       Mühle – Brennerei – Schiffszwiebackfabrik

vom Franz Steiner Verlag publiziert worden. Die Arbeit beschreibt die Unternehmerfamilie Lange: Netzwerk und Integration ins Wirtschaftsbürgertum in Holstein 1777 – 1866.

In der als Leseprobe verfügbaren Einleitung wird dargelegt, dass die Zeit der Frühindustrialisierung mit zunehmender Massennachfrage nach Nahrungsmitteln hier den Wandel eines Handwerksbetriebes zu einem Industrieunternehmen bewirkte. Angeregt durch eine klassizistische Fabrikantenvilla als fremdartigem Wohnhaus neben dem Mühlenstumpf einer Turmwindmühle folgt die Arbeit der dadurch symbolhaft verbildlichten Entwicklung der Müllerfamilie Lange in Uetersen (Kreis Pinneberg). Anhand von 2 Generationen der Familie von insgesamt 7, die bis 1950 im Mühlenwesen tätig waren, sollte die familiäre Entwicklung im Kontext mit dem gesellschaftlichen und politischen Umfeld untersucht werden, und so lässt die Arbeit auch einen vertieften Einblick in die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion erwarten.

Der Umfang von 460 Seiten hat seinen Preis und wird seine Leser nicht unter den allgemeinen Mühlenfreunden finden, aber nach Aussage der Autorin ist u. a. der untersuchte Produktionsvergleich zwischen Holländerwindmühle und Dampfmühle auch von überregionaler Bedeutung.

Hier ist die Kurzbeschreibung des Verlages als Pdf-Datei hinterlegt.


 


   Deutscher Mühlentag findet am 12.09.2021 statt.


Aus dem Anschreiben der Geschäftsführung des RMV :

Wegberg, den 05.08.2021

Deutscher Mühlentag 2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mühlenfreunde,

am 04.08.2021 hat der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes e.V. in seiner Sitzung in Wegberg auch über den Deutschen Mühlentag 2021 gesprochen.
Beigefügt erhalten Sie nun das Formular für die Anmeldungen zum Mühlentag 2021. Bitte senden Sie es direkt auf den angegebenen Wegen an den RMV. Es sollten die Öffnungszeiten am Mühlentag nicht vergessen werden. Aus Gründen des erweiterten Datenschutzes wird um Unterschrift gebeten.
Als pdf-Dokument finden Sie beigefügt auch das Plakat zum Mühlentag. Die DGM weist auf ihrer Internetseite unter
http://www.deutsche-muehlen.de/startseite/ darauf hin, dass der neue Plakatgenerator online ist. Ein Link, unter dem das individuelle Mühlentagsplakat selbst erstellt werden kann, ist angegeben
http://dgm.fizzymint.de
Es gelten die Versicherungsbestimmungen für die Teilnahme am Mühlentag.

Mit freundlichen Grüßen und “Glück zu“

Gez.
Reinhold Pillich
Vorsitzender

Gez.
Lothar Esser
Geschäftsführer



 

 Neuer Termin für DGM-Jahrestagung im Oktober 2021

Wie der Webseite der DGM zu entnehmen ist, wurde für die bereits zweimal ausgefallene Jahrestagung der DGM in Thierhaupten ein neuer Termin an anderem Standort angesetzt. Die Tagung soll in Anger im Berchtesgadener Land stattfinden vom 01. bis 03. Oktober 2021.

Weitere Details zur Planung und Durchführung sowie ein Anmeldeformular sind der Einladung zu entnehmen.

►  Einladung zur DGM-Jahrestagung 2021


  Mühleninventar abzugeben

Interessantes Mühleninventar wird zur Abgabe angeboten. Es handelt sich um eine Getriebemühle/Bäckermühle der Marke "Arminius" sowie eine Windfege/Wannmühle der Marke "Amazone".

Die Geräte sind in Solingen abzuholen. Weitere Informationen über die Besitzerin Frau Hans, astrid@reitstall-hans.de

Der Zustand der Maschinen ist aus den folgeneden Fotos ersichtlich. Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.





 


   DGM-Jahrestagung in Thierhaupten abgesagt

Traurige Nachrichten haben uns aus dem bayerischen DGM-Landesverband erreicht. Zum Ersten ist dort der langjährig aktive Mühlenfreund und Ehrenvorsitzende des Verbandes Stefan Kastenmüller gestorben, zum Zweiten sehen sich die bayerischen Mühlenfreunde gezwungen, kurzfristig die Veranstaltung der Jahrestagung der DGM 2021 in Thierhaupten abzusagen.

Nachdem bereits voriges Jahr die in Thierhaupten geplante Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, hatte man sich mit der DGM auf eine Verschiebung in diesen Sommer geeinigt. Obwohl inzwischen auch im Landkreis Augsburg die Inzidenz in den letzten vier Wochen ständig gefallen ist auf derzeit 50, ist seitens der Stadtverwaltung das Treffen nicht erwünscht, um – wie es heißt – keinen Präzedenzfall für andere Vereine zu schaffen. Außerdem ist nach Mitteilung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes erst ab Ende Juni/Anfang Juli mit der Öffnung der Innen-Gastronomie für Nichthotelgäste zu rechnen. Der geplante Termin liegt also leider etwas zu früh, eine Verschiebung der Veranstaltung in Thierhaupten ist nicht möglich. Die Absage ist offiziell über die DGM als Veranstalter erfolgt.

Da auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung auch der langjährige Präsident der DGM Erhard Jahn gebührend verabschiedet werden sollte, wird zurzeit an eine eventuelle Verschiebung in den August/September an einem anderen Ort in reduzierter Form gedacht.

Den bayerischen Mühlenfreunden bleibt nur unser Dank für ihre aufwändigen und letztlich nutzlosen Planungen. Die bereits getätigten Zahlungen für die 61 Anmeldungen werden durch den Bayerischen Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung zurück erstattet.


 

 Wieder kein Mühlentag zu Pfingsten


 

Ärgerlich


Aus der Mühle schaut der Müller,
der so gerne mahlen will.
stiller wird der Wind und stiller,
und die Mühle stehet still.

„So geht's immer, wie ich finde,“
rief der Müller voller Zorn.
„hat man Korn, so fehlt's am Winde,
hat man Wind, so fehlt das Korn.“


                                              Wilhelm Busch


Ein bisschen ähnlich wie dem Windmüller bei Wilhelm Busch geht es auch wieder vielen Mühlenbetreibern zu Pfingsten im Rheinland und anderswo. Zwar mahlen die meisten gar kein Korn mehr, aber viele von ihnen würden gern am Pfingstmontag – dem traditionellen Deutschen Mühlentag – ihre Mühle, die Mahltechnik und den Prozess der Mehlherstellung einem interessierten Besucherkreis zur Anschauung bringen und fachkundig erläutern.

Aber nun muss aus den bekannten Gründen dieses Ereignis zum zweiten Mal ausfallen. Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) sah sich als Veranstalter des Deutschen Mühlentages auch 2021 wie schon im Vorjahr zur Absage gezwungen.

Aber dieses Jahr besteht berechtigte Hoffnung, dass die Verlegung des Mühlentages auf den 12. September 2021 eine Durchführung parallel zum Tag des offenen Denkmals möglich macht.

Wir hoffen, dass unsere engagierten Mühlenbesitzer und Betreiber in Vereinen und privat dann wieder in ihre historischen kleinen Technik-Museen einladen können.

Wenn auch die Mühlenbesichtigungen am Pfingstmontag ausfallen müssen, so wünscht doch der Rheinische Mühlenverband allen Mühlenfreunden frohe Feiertage und eine gesunde Zeit bis zum Wiedersehen im Herbst oder vielleicht bei einem Ausflug im Sommer.



  Deutscher Mühlentag 2021 verschoben!

Der üblicherweise jedes Jahr am Pfingstmontag stattfindende Deutsche Mühlentag ist von der DGM verschoben worden.

Mühlentag 2021

 

  Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

  Förderung von Mühlen

 

 

Am 1. April 2021 startet das neue Soforthilfeprogramm zur Stärkung der Museumslandschaft in ländlichen Räumen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Damit wird jetzt gezielt die Entwicklung und Modernisierung oft eher kleiner und regional verankerter Landwirtschaftsmuseen gefördert. Mühlen sind ebenfalls förderfähig (siehe ►https://lm.dva-soforthilfeprogramm.de/foerderantrag/).

Antragsberechtigt sind ausschließlich juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts (z. B. GmbH, Vereine, Körperschaften und Stiftungen). Natürliche Personen und Personenhandelsgesellschaften sind nicht antragsberechtigt. Ein Mühlenverein, der als Verein eingetragen ist (e.V.) darf also einen Antrag stellen.

Notwendig ist, dass die Mühle zu einer Stadt oder Gemeinde gehört, die nicht mehr als 30.000 Einwohner hat oder sich in einem Ort mit ländlichem Charakter befindet.

Es wird empfohlen, die Anträge frühzeitig zu stellen.

Hier gibt es einen Info-Flyer: ► Flyer Förderung landwirtschaftliche Museen


Glück zu
Lothar Esser
Geschäftsführer

 



  Ostergruß 2021


Liebe Mühlenfreunde,
liebe Mühlenfreundinnen,

die Corona-Pandemie hat uns nach wie vor immer noch fest im Griff und auferlegt uns fast täglich neue und vielfältige Beschränkungen und Verunsicherungen in nahezu allen Lebensbereichen.

Von den persönlichen Einschränkungen und Belastungen bis hin zu fehlenden öffentlichen Aktivitäten und sozialen Kontakten müssen wir uns mit der Hoffnung auf baldige Besserung trösten und uns täglich neu motivieren mit den ganzen Alltagsproblemen klar zu kommen.

Die vollmundigen Ankündigungen und Prognosen aus Politik, Forschung und Wissenschaft haben leider nur all zu häufig zu neuerlichen Enttäuschungen und Irritationen geführt.

Dennoch blicken wir als Vorstand gemeinsam optimistisch in die Zukunft, denn unsere Mühlenkultur hat schon viele Katastrophen und Krisen überstanden und das über sehr viele Jahre und historische Epochen hinweg.

Für die nahe Zukunft ist leider aber noch nicht abzusehen, ob der traditionelle Deutsche Mühlentag in diesem Jahr tatsächlich durchgeführt werden darf und in welcher Form (s. hierzu „Der Mühlstein, Heft 1, Febr. 2021, S. 3).

Auch ist unklar wann und wie unsere Mitgliederversammlung stattfinden kann. Die ausgefallene Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde in Thierhaupten in Bayern soll in diesem Jahr nachgeholt werden. Der Landesverband Bayern plant hierzu für die Zeit vom 18. bis 20. Juni 2021 (s. Mühlstein, Heft 1, S. 9-12).

Trotz der angespannten Gesamtsituation und all der Ungewissheiten oder vielleicht gerade deswegen wünschen wir unseren Freunden und Mitgliedern ein besonders frohes und entspanntes Osterfest und einen positiven Blick in die Zukunft und vor allem beste Gesundheit und grüßen ganz herzlich!

 

Glück zu                                                                     Glück zu
Reinhold Pillich                                                         Lothar Esser
Vorsitzender                                                              Geschäftsführer


 

 

   Gewässer-Bewirtschaftungsplan NRW

Die nach den Vorgaben der EU erstellte Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) soll langfristig die Qualität in Fließgewässern und im Grundwasser Europas verbessern. Besonders bei der Frage der Verbesserung der Gewässergüte mit der hierzulande geforderten „Durchgängigkeit“ von Fließgewässern hat es in den vergangenen 2 Jahrzehnten reichlich Konfliktstoff gegeben zwischen Besitzern von Wassermühlen und Denkmalschützern sowie Naturschützern und den zuständigen Wasserbehörden, die bauliche Veränderungen fordern und durchsetzen. Das Thema ist auch bei der DGM mehrfach auf der Tagesordnung gewesen, z. B. mit:

► http://www.deutsche-muehlen.de/fileadmin/user_upload/Info-zur-WRRL.pdf

► http://www.deutsche-muehlen.de/fileadmin/user_upload/Weimarer_Erklaerung.pdf

oder in Fachzeitungen bearbeitet worden, beispielsweise Haffke, Jörg: Quo vadis „kleine Wasserkraft“? – in MOLINA 2013 oder mehrere Artikel in MOLINA 2014.

Infolge planwirtschaftlicher Umsetzung hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen (MULNV NRW) den inzwischen dritten Bewirtschaftungsplan für den Fünfjahreszeitraum 2022–2027 erarbeitet und den Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt, auf den wir anlässlich des Weltwassertages (22. März) hinweisen. Er ist abrufbar unter:

► https://www.flussgebiete.nrw.de/entwurf-des-bewirtschaftungsplans-2022-2027-fuer-nordrhein-westfalen-8914

Das ausgesprochen umfangreiche Werk enthält neben allgemeinen Beschreibungen der Flussgebietseinheiten NRWs deren Belastungen, Risikoanalysen usw. sowie allgemeine Erläuterungen zu den Bewirtschaftungsplänen. In insgesamt 38 Pdf-Dateien kann der Inhalt auch kapitelweise und – regional in Steckbriefen zu bestimmten Planungseinheiten zusammengefast – angesehen und heruntergeladen werden (Gebiet Erft, Maas Nord [Niers, Schwalm, Nette], Ruhr usw.)

Die Öffentlichkeit kann gem. Artikel 83 des Wasserhaushaltsgesetzes dazu Stellung nehmen bis zum 22.06.2021. Die endgültige Fertigstellung des Planes und des zugehörigen Maßnahmenkataloges muss bis zum 22.12.2021 erfolgen.






 


. . . wünscht der Rheinische Mühlenverband allen Mühlenfreunden

Grußworte der Geschäftsführung ► Weihnachtsgruß 2020



   Die Dülkener Narrenmühle ist wieder da

Die Dülkener Narren freuen sich über die Rückkehr ihres Domizils. Nachdem der berühmte Zahn der Zeit mit Schädlingsbefall und Fäulnis im Balkenwerk die Standfestigkeit der Mühlenkonstruktion beeinträchtigt hatte, war 2020 eine intensive Restaurierung notwendig. Die 1809 erbaute Bockwindmühle, eine von vier verbliebenen dieses alten Mühlentyps im Rheinland, ging bis 1906 ihrer Bestimmung nach, dann wurde sie von der Stadt übernommen und 1912 zur Einrichtung eines Museums komplett angehoben und mit einem 1,80 m hohen Klinker-Rundbau untermauert. 1937 durfte die Narrenakademie hier einziehen und kümmert sich seitdem ganz ernsthaft um den Erhalt der Mühle.

Nach intensiver Begutachtung war jetzt für das Fortbestehen der Mühle eine Total-Sanierung notwendig, für die der gesamte Mühlenkörper im Frühjahr demontiert und zu einer Mühlenbauwerkstatt in den Niederlanden gebracht wurde. Die schadhaften Teile sind nach holländischem Prinzip, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten, denkmalgerecht repariert und im Oktober wieder auf dem Sockelbau an Ort und Stelle zusammengefügt worden.


Die Seitenteile werden an dem quer auf dem Hausbaum ruhenden Hammerbalken befestigt.

Der Kran hängt die Flügelwelle mit Kammrad und gusseisernem Achskopf ein.

 

Eine ausführliche Dokumentation der Restaurierungsarbeiten wird auf der Webseite der „Berittenen Akademie der Künste und Wissenschaften“ präsentiert:

►  https://www.die-narrenmuehle.de/

Der Aufbau ist soweit abgeschlossen, Einrichtung und Gestaltung des Inneren werden sich noch über den Winter hinziehen. Die Eröffnung des Museums ist für den 02. Mai 2021 angekündigt. Bis dahin kann dann auch „Die erleuchtete Mondsuniversität“ wieder ihren „Großen Weisheitssaal“ beziehen, allerdings ist der Weg zur Weisheit (über den Treppenaufgang) deutlich länger geworden – Bauvorschrift!!!

Der tief verwurzelte Sinn für Humor der Dülkener kam kürzlich jahreszeitlich bedingt wieder in Erinnerung. Ein den Dülkenern zugeschriebenes Müllerlied, das in abgewandelter Textform vielen Rheinländern zu St. Martin begegnet, listet nicht nur die Produktpalette der früheren Müller zur Bauzeit der Mühle auf, sondern, macht sich auch versteckt über die französische Besatzungsmacht lustig, die immerhin auch dem Müller die Gewerbefreiheit einbrachte. Das nachfolgende Lied samt Übersetzung und Kommentaren wurde freundlicherweise vom Krefelder Mundart-Experten Heinz Webers zur Verfügung gestellt:

Loop, Möller loop!

Sägg, Jong halt mech dat Peärd ans an,
loop, Möller loop!
Ech mott ens en de Möhle jo-en,
loop, Möller loop!
:/ Wie du löps, wie du löps,
Follemente möt de Schöpp,
Schopp on Schür üeverhuop,
loop, Möller loop!/:

He-i breng ech dech ´ne Haversack –
dä solls dou mech ens mahle strack –

On Koren häbb ech och jebreit –
dat hat ihr mech joe letz jeseit –

Kiek he, däm Bockert mahl mar fien –
Dä Bockertskock soll lecker sien –   

Dä Weet, dä loeg all lang parat –
hä wor bes jetz joe noch te schaad –

No molter mech mar net te strang –
dat ech dech rek´mandiere kann –

Traditionelles Martinslied,

Lauf, Müller, lauf!

Sag Junge, halt mir das Pferd einmal an,
lauf, Müller, lauf!
Ich muss einmal zur Mühle gehen,
lauf, Müller, lauf!
Wie du läufst, wie du läufst,
ganz verrückt mit der Schaufel,
Schuppen und Scheune überhauf,
lauf, Müller, lauf!

Hier bring ich dir ´nen Hafersack –
den sollst du mir mal mahlen schnell –

Und Roggen hab´ ich auch gebracht –
das hast du mir zuletzt gesagt –

Schau her, den Buchweizen mahl´ mal fein –
der Buchweizenkuchen soll lecker sein –

Der Weizen, der lag schon lange parat –
er war bis jetzt ja noch zu schad´ –

Nun miss nur nicht zu streng –
dass ich dich weiter empfehlen kann –   

Übersetzung Heinz Webers

 Gedanken zum Lied „Loop, Möller, loop!“ 

Das zu Sankt Martin (11. November) gern gesungene Lied hat wohl seinen Ursprung in der Landwirtschaft. Der Martinstag galt allgemein als Abschluss des bäuerlichen Jahres. Stichworte: Pachtzahlung, Entlassung des Gesindes und der Erntehelfer, Erntedank.

Am Martinstag fuhren die Bauern zur Mühle, um einen Teil ihrer Ernte mahlen zu lassen. Im um 1800 in Dülken entstandenen Lied (der Niederrhein war französisches Territorium) spricht ja jede Strophe von einer anderen Getreideart: Haver (Hafer), Kore (Roggen), Bockert (Buchweizen), Weet (Weizen). Dazu einige Erläuterungen: „Follement“ heißt auf französisch so viel wie vollends verrückt. Der Müller war wohl im Spätherbst im Stress, er musste sich bei dem großen Zulauf der Bauern geradezu überschlagen. „Möt de Schöpp“ muss wohl richtig heißen „möt de Schepp“. Denn es ist die (hölzerne) kurzstielige Mehl- und Kornschaufel gemeint. Sie wurde zum „Moltern“, der Entnahme des Mahlgutes, eingesetzt. Der Begriff geht auf das alte Getreidemaß Malter zurück. „No molter mech“ bedeutet denn auch Maßnehmen. Und dass es zwischen Bauer und Müller darüber oft zu Streitigkeiten kam, darf getrost angenommen werden. Also ist diese Strophe (oder sogar das ganze Lied?) als Spott auf den Müller (und wohl auch die Franzosen) gemeint. „Rek´mandiere“ endlich bedeutet so viel wie empfehlen.

Erst viel später wurde der Martinstag zum Fest der Kinder. Und mancher nimmt sogar an, dass die Martinstüte auf die früher üblichen Abschiedsgeschenke für die Tagelöhner zurückgeht.

Heinz Webers, Krefeld 
(heinz.webers[at]gmx.de)  ►  http://www.krieewelsch.de/

Auch wenn in der Mühle ohne Müller nichts läuft, so wird doch in Dülken weder Müller noch Mühle laufen, aber es ist erfreulich, dass die Mühle wieder steht und hell im Mondlicht glänzt.


 

   Denkmal für den Mühlenesel


Man trifft ihn nur noch selten, und nicht immer lebte der Esel so unbeschwert wie hier bei der Ölmühle in Solingen im Bergischen Land (nördlich der Haasenmühle), wo schon längst kein Öl mehr geschlagen wird. Im 19. Jh. wurde die Mühle zum Schleifkotten umge­rüstet. Aber früher, wenn er nicht gerade Religionsstifter zu wichtigen Terminen oder Touristen auf den Drachenfels brachte oder gar mit gemischter Band in norddeutschen Hansestädten auftrat, dann wurde er meist in der Mühle gebraucht, der Esel, oder für den Transport des Mahlgutes, fast überall, wo es Mühlen gab.


     Aus dem Ständebuch von
     Jost Amman, 1568


        Häufig musste der Esel in Göpelmühlen blind im
        Kreis herum laufen, wie hier in China um 1909.

(Ansichtskarte aus Tsingtau)



Oder er wurde gar in ein „Hamsterrad“
gesperrt, wie hier am Brunnen in
Carisbrooke Castle, Isle of Wight.

   (Ansichtskarte von 1910)


Hier in Makedonien 1918 schöpft man den
Verdacht, dass der Esel vorn, wie so oft im Krieg,
mit dem Hintergrund nichts zu tun hat.

(Dt. Feldpostkarte eines französischen Soldaten)


Aber eigentlich können wir diese beiden wässerigen Beispiele nicht dem Mühlenwesen zuordnen.


 

Der Hausesel (Equus asinus asinus), wozu auch der Mühlen­esel zählt, ist weltweit verbreitet, wenn auch auf den berühmten Liebigs Sammelbildchen eine kulturelle Zuordnung nach Europa suggeriert wird.


Gerade in Anbindung an die europäische Mühlentechnologie sind uns Konflikte zwischen dieser und der Tierhaltung und -Nutzung spätestens seit 1864  durch Wilhelm Busch deutlich geworden
(Der Bauer und der Windmüller).



In neuerer Zeit kam man mancherorts auf die Idee, dem Mühlenesel für seine jahrhundertelange Plackerei mit dicken Säcken ein Denkmal zu setzen, und so bewacht er z. B. seit Jahrzehnten, vom Bildhauer und Mühlenbewohner Helmut Moos († 2017) entworfen und dann in Bronze gegossen, bei der Geismühle in Krefeld ausge­rechnet den Eingang zur Autobahn-Raststätte.




Ein gleichartiges Denkmal hat man im Bonner Stadtteil Duisdorf auf dem Marktplatz errichtet. Dort sollen einst die Esel das Getreide täglich derart pünktlich zur Wasser- mühle in Lessenich getragen haben, dass die Bauern auf dem Feld danach ihre Mittagspause einrichteten.


            ©  Foto Gert Schorn

 


Dass der Mühlenesel sich auch bei unseren Mitgliedsvereinen großer Wertschätzung erfreut, zeigt uns das Beispiel vom Mühlentag 2019 bei
‘Pro Obere Mühle Meckenheim e.V.’

https://meckenheimer-muehle.de/



Der Esel (links) wird respektvoll präsentiert von Christian Westphal.



 


Das Dorf Mühlhausen (Grefrath) blickt auf eine lange Mühlengeschichte zurück. Bereits im 14. Jh. ist die kurfürstliche Mühle beurkundet, die zur Ortsent­stehung führte. Der Heimat­verein Oedt e. V. hat 2000 mit Aufstellung einer Bronze­skulptur dieser Tradition gedacht. Der Bildhauer Michael Franke aus Erkelenz hat dabei eine gute Portion rheinischen Humor zwischen Müller und Esel gestellt.


Unsere kleine Auswahl ist natürlich keineswegs vollständig. Vermutlich kann man auch noch an anderen Mühlenstandorten unserer Region Esel finden.


Zum Schluss sei an eine literarische Erkenntnis von Gottfried August Bürger (1747 - 1794) erinnert, der im Übrigen besonders durch seine Fassung der Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen bekannt ist.



Die Esel und die Nachtigallen

Es gibt der Esel, welche wollen,
Daß Nachtigallen hin und her
Des Müllers Säcke tragen sollen.
Ob recht, fällt mir zu sagen schwer.
Das weiß ich: Nachtigallen wollen
Nicht, daß die Esel singen sollen.


(Scherenschnitt von Lotte Nicklass)



   Berlin statt Wegberg  –  Josef Jörissen beim Bundespräsidenten

Nur wenige Argumente werden akzeptiert, wenn ein Vorstandsmitglied des Rheinischen Mühlen­­verbandes einen Sitzungstermin absagt. Unser langjähriger Mitarbeiter und früherer Geschäftsführer Josef Jörissen hatte im März dieses Jahres ein gutes Argument gefunden; eine Terminüberschneidung ergab sich durch eine Einladung des Bundespräsidenten nach Berlin. Er war dort nicht aufgrund seiner Tätigkeit beim Mühlenverband vorstellig sondern wegen seines vielfältigen und großen heimatkundlichen Engagements. Sein Heimatort Louisendorf im Kreis Kleve nimmt seit 1984 regelmäßig am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil und hat in diesem Jahr eine Bronze-Medaille für diese Initiative erhalten. Die Preisträger dieses Wettbewerbes des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind vom Bundespräsidenten als Schirmherr nach Schloss Bellevue eingeladen worden, je Dorf zwei Delegierte. Auf diese Weise würdigte der Bundespräsident das herausragende bürgerschaftliche Engagement der teilnehmenden Dörfer. Bundesministerin Klöckner lobte den Einfallsreichtum der ländlichen Bevölkerung und hob die besondere Leistung der ehren­amtlichen Tätigkeit hervor. Der Bundespräsident freute sich über die ihm überreichten Chronik- und Heimatbücher aus dem Kreis Kleve, Bedburg-Hau und Louisendorf.

Von links: Julia Klöckner, Josef Jörissen, Frank-Walter Steinmeier, Heinz Minor
Foto:BMEL/Phototek/Trutschel

Auch der Rheinische Mühlenverband gratuliert zu dem Erfolg. Dass die angesetzte Vor­stands­­­sitzung neben der gleichzeitig geplanten Jahreshauptversammlung in Wegberg wegen der regionalen Corona-Situation abgesagt werden musste, steht auf einem anderen Blatt.


  

   Motivreihe Mühlen auf Briefmarken

Da bedarf es erst der Anfrage eines Briefmarkensammlers aus Brasilien an die DGM, um uns Mühlenfreunden in Erinnerung zu bringen, welch kunstvolle Präsentation des Mühlen­wesens in Deutschland nicht nur dem Philatelisten Freude bereitet. Im Jahr 1997 brachte die Deutsche Post AG eine Wohlfahrtsmarken-Serie heraus mit 5 Abbildungen deutscher Mühlen. Die Motive wurden entworfen von dem Kupferstecher und Buch-Grafiker Otto Rohse, der 2016 im Alter von 90 Jahren verstarb. Neben zahlreichen Buchillustrationen hat O. Rohse auch Dutzende von Entwürfen für Briefmarken gestaltet, meist architektonische oder Stadtmotive, von denen 60 in Serie gingen (► https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rohse).


 


Die Rankmühle bei St. Märgen (nach einer Ansichtskarte von 1978) vermittelt als Schwarzwaldmühle den Inbegriff der Mühlenromantik. Seit römischer Zeit erleichterten Wasser­mühlen das Zerkleinern der Getreide­früchte. Sie sind besonders im Mittelgebirge verbreitet, wo das Gefälle eine gute Energie-Ausbeute erbringt. Die Rankmühle stammt als Hofmühle aus dem Jahr 1736 und wurde auch zu Wohnzwecken benutzt. Seit 2018 kümmert sich ein neu gegründeter Förderverein um das Wohl der Mühle (► http://rankmuehle-st-maergen.de/)



Ein weiteres Wasser-mühlen-Motiv liegt im hessischen Bergland, die Steinmühle in Ottrau-Schorbach im Schwalm-Eder-Kreis. Sie besteht seit dem 16. Jh. und wurde 1880 um eine Sägemühle mit eigenem Wasserrad erweitert. Ein Förderverein betreibt die Mühe als museale Ein­richtung und Für Veran­staltungen. (► http://muehlenmuseum-steinmuehle.de/) Als Vorlage zur Briefmarke diente offenbar ein Foto von August Gandert, das wir mit freundlicher Genehmigung des Erich-Röth-Verlages (► http://erich-roeth-verlag.com/) dem Buch „Romantik und Wirklichkeit der alten Mühlen“ von Richard Wittich, 1977, entnommen haben.




Die Bockwindmühle, hier am Niederrhein, stellt die älteste Form der europäischen Windmühle dar. Sie entstand Ende 12. Jh. und musste von Hand an langem Steert-Balken in den Wind gedreht werden, wobei der gesamte auf einer Pfahlkonstruktion ruhende Mühlenkasten bewegt werden musste. Die segel­bespannten Flügel brauchten natürlich baumfreies Umfeld zum Arbeiten, was hier im LVR-Freilicht-Museum Kommern (►http://www.kommern.lvr.de/) nicht unbedingt erforderlich ist. Diese Bock­windmühle wurde ursprünglich 1711 in Titz bei Spiel im Kreis Düren errichtet. 1959 wurde sie abgebaut und ins Museum transloziert. Die Bockmühlen waren früher im ganzen nordeuro­päischen Raum verbreitet. Im Rheinland existieren heute neben der vorgenannten noch 3 weitere: Die private Düppelsmühle in Titz-Spiel, die nach Sturmschaden 2016 komplett renoviert wurde, die Bockwindmühle in Kempen-Tönisberg und die Narrenmühle in Viersen-Dülken, die zur Zeit zur Überholung demontiert ist und auf den Wiederaufbau im Herbst 2020 wartet.



Eine bemerkenswerte Weiterentwicklung erfuhr die Mühlentechnik Anfang 15. Jh. mit Erfindung der drehbaren Mühlenkappe (sog. Holländermühle). Hier wird nur noch die flügeltragende Kappe in den Wind gedreht, anfangs noch von Hand, ab der 2. Hälfte 18. Jh. automatisch mit Windrose, die auf dem Foto von 1976 leider defekt ist. Weitere Erleichterung schafften die im selben Zeitraum entwickelten Jalousie-Flügel, die per Seilzug zentral der Wind­stärke angepasst werden konnten.

Die Form der Kappenwindmühle erlaubt einen geräumigen festen Unterbau mit mehreren Stockwerken, wobei die Segel- und Kappen-Bedienung dann von einer umlaufenden Galerie erfolgt. Der dargestellte Galerieholländer steht in Eddelak in Dithmarschen und wurde 1865 als Ersatz für eine Bockmühle gebaut. Auch diese Mühle wird heute von einem Mühlenverein betreut (►http://www.muehle-eddelak.de/). Wie viele Mühlen trägt sie ihren Namen auf dem Windbrett an der Kappe: „Gott mit uns“.



Ein anderer Mühlentyp wurde aus der Bockmühle entwickelt, die Kokermühle, die zur Ent­wässerung Anfang 15. Jh. in Holland erfunden wurde. Dazu war es notwendig, die Energie mittig bis in das Bodenniveau zu führen, es konnte also keinen Drehpfahl wie bei der Bock­mühle geben. Da die gesamte Konstruktion aber mit geringem Gewicht gebaut werden konnte, schuf man einen pyramidenförmigen Unterbau, der oben mit einem rohrförmigen Köcher (Koker) das drehbare Oberteil trägt. Die Hebung des Wassers aus einem tiefen in einen höheren Kanal erfolgte mittels Wurfrad oder wie hier mit archimedischer Schraube. Solche Mühlen dienten reihenweise zur Entwässerung der Polder.

Die dargestellte Mühle steht in Honigfleth in der Wilstermarsch, wohin sie von dem ursprüng­lichen Standort bei Nortorf versetzt wurde. Auch um ihre Erhaltung als letzte ihrer Art in Schleswig-Holstein kümmert sich ein Förderverein, der etwas irreführend das Wort „Bockmühle“ im Namen trägt (►http://www.foerderverein-bockmuehle.de/). Auch im Rheinland gibt es eine einzige Kokermühle, in Geldern-Walbeck, die aber als Getreidemühle gebaut ist.




  Sommergruß des Rheinischen Mühlenverbandes

 

Wir wünschen allen Mühlenfreunden und -freundinnen eine schöne Sommer- und Ferienzeit!

 

Entdecken Sie die Mühlen in unserer Heimat oder dort, wohin Sie verreisen. Bewundern Sie aufs Neue, wie die Menschen die Kräfte der Natur genutzt haben und damit ihr Leben und ihre Umwelt geprägt haben.

Mühlen - ein Stück zu Hause.

Vor allem: Bleiben Sie gesund!




Reinhold Pillich                                           Lothar Esser

Vorsitzender                                               Geschäftsführer


 

  Goethe in Issum!

Bekanntermaßen hat die Corona-Epidemie 2020 bei Künstlern, Museen und diversen Veranstaltern zu erheblichen Einnahme-Einbußen geführt, dem kulturinteressierten Publikum ist in der jetzigen Zeit vieles verschlossen geblieben. Auch für unsere Mühlenbetreiber und Mühlenvereine trifft das natürlich zu, nicht zuletzt musste auch der Deutsche Mühlentag ohne entsprechende Mühlenbesuche bleiben. Doch Not macht erfinderisch, und so erreichte uns die Nachricht, dass Goethe nach Issum kommt. „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“


Doch wo liegt nun des Pudels Kern? Der Förderverein der Herrlichkeitsmühle in Issum hat sich wieder eine barrierefreie Besichtigung ausgedacht. Mit einer neuen Internet-Plattform www.museum-virtuell.de  soll das möglich werden:

Der bekannte Rezitator Andreas Grude wird am Samstag, 4. Juli 2020 für 90 Minuten in der Herrlichkeitsmühle in Issum Goethe lieben, leiden und leben lassen. Ein beschränkter Personenkreis wird die Abendveranstaltung gegen entsprechende Eintrittsgebühr in der Mühle erleben können. Aber ein weiterer Personenkreis kann gegen geringere Gebühr virtuell an der Veranstaltung teilnehmen.

Fragen beantwortet:  Jochen Porbeck, Telefon:02835 790227,
Mail:porbeck@herrlichkeitsmuehle.de

Weiter Informationen unter:  ►  www.herrlichkeitsmuehle.de



   Mühlengruß zu Pfingsten - Hostienmühlen

Erstmals finden am Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag keine Veranstaltungen statt. Dennoch wollen wir uns die Freude und Begeisterung für das Thema Mühlen nicht nehmen lassen. Was passt in die Zeit besser als Ausschau zu halten nach der Vielseitigkeit, die es rund um das Interessengebiet Mühlen zu entdecken gibt.

Wer im Internet bei Wikipedia den Suchbegriff „Hostienmühle“ eingibt, wird auf einen Beitrag stoßen, der die Hostienmühle (auch mystische Mühle, Mühlenallegorie) als eine „in der christlichen Ikonographie versinnbildlichte Darstellung der Transsubstantiation“ beschreibt. Es geht also um die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Weiter heißt es in dem Artikel „Dabei steht das Korn, das in die Mühle gegeben wird, symbolisch für das Wort Gottes. Die Mühle mahlt es zu Hostien, der eucharistischen Gestalt des Leibes Christi. Angetrieben wird die Hostienmühle von den Aposteln oder auch von Wasser, das in Beziehung zu den vier Flüssen des Paradieses (Gen 2,10 EU, Offb 22,1 EU) steht und damit ein Sinnbild der Taufe darstellt.“

Bücherfreunden sei das dort angeführte Werk von Harald Rye-Clausen: Die Hostienmühlenbilder im Lichte mittelalterlicher Frömmigkeit. Christiana, Stein am Rhein 1981 empfohlen, das antiquarisch noch erhältlich ist.

Allen Mühlenfreunden und –freundinnen wünschen wir ein frohes Pfingstfest. Bleiben Sie gesund! Glück zu!

                                                                                                       

  Reinhold Pillich

Vorsitzender 
                                            

Lothar Esser

Geschäftsführer


Pfarrkirche St. Lorenz in Nürnberg: Glasfenster (1481)   Foto: Wolfgang Sauber
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International



   Jahrestagung in Wegberg abgesagt

Liebe Mühlenfreunde,

aufgrund der aktuellen Entwicklung kann Ihnen der Vorstand bis auf weiteres  keinen neuen Termin  als Ersatz für die am 07. März 2020 ausgefallene Jahrestagung nennen.

Wir halten Sie auf den Laufenden. Eventuell fällt die diesjährige Jahrestagung aus, so dass die nächste Jahrestagung dann im kommenden Jahr in Wegberg stattfindet.

 Vorstand und Geschäftsstelle stehen wie bisher als Ansprechpartner für Fragen, Hinweise und Anregungen zur Verfügung.

 Wir wünschen Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit und freuen uns auf ein Wiedersehen zu einem späteren Zeitpunkt.

 Glück zu

 Ihre Geschäftsstelle

 

 

   DGM-Jahrestagung in Bayern abgesagt

Die Geschäftsführung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat mitgeteilt, dass aufgrund der aktuellen Corona-Situation in Absprache mit dem Bayerischen Landesverband die  Jahrestagung 2020 der DGM in Thierhaupten leider abgesagt  werden müsse. Selbst bei weitergehenden Lockerungen der Einschränkungen im öffentlichen Leben sehe man keine Möglichkeiten, unter Auflagen und mit selbst großem planerischen Aufwand den Zielen dieser Veranstaltung gerecht zu werden.

Da der Gesetzgeber im Bundesgesetzblatt vom März 2020 auch den Ausfall von satzungsmäßig vorgesehenen Jahresversammlungen von Vereinen in diesem Jahr legitimiert habe, hat die DGM sich entschlossen, die Jahrestagung 2020 komplett abzusagen und für  2021 wieder neu in Thierhaupten  anzusetzen. Die Verschiebung der nachfolgenden Jahrestagungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin-Brandenburg um jeweils ein jahr sei noch in Diskussion.

 



Wir wünschen allen Mühlenfreunden in der schwierigen Zeit

schöne Ostertage.  Bleiben Sie gesund!


Reinhold Pillich                                           Lothar Esser
        Vorsitzender                                                Geschäftsführer



Deutscher Mühlentag dieses Jahr abgesagt


Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!     Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!     Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!


Aufgrund der Maßnahmenempfehlungen der Bundesregierung hat die DGM die Veranstaltung des Deutschen Mühlentages 2020 abgesagt.

Ein entsprechendes Rundschreiben der DGM finden Sie hier: 

 ► Absage Deutscher Mühlentag


Wir bitten alle Mühlenfreunde um Verständnis.


Deutscher Mühlentag 2020 abgesagt!



 

 

 

Jahrestagung in Wegberg verschoben!    Jahrestagung in Wegberg verschoben!   Jahrestagung in Wegberg verschoben!

 

 

   Liebe Mühlenfreunde,

aus gegebener Veranlassung hat sich der Vorstand dazu entschlossen, die für den 07. März 2020 vorgesehene Jahrestagung 2020 abzusagen.
Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ausweislich der Tagesordnung stehen keine dringenden Beschlüsse an, die nicht vertagt werden könnten.
Wir bedauern die Kurzfristigkeit der Absage. Als neuer Termin ist der 16.05.2020, 11:00 Uhr, an gleicher Stelle in der Wegberger Mühle, vorgesehen. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Eine neue Einladung erhalten Sie rechtzeitig zugeschickt."

Die Mitglieder erhalten in Kürze ein separates Anschreiben.

 Glück zu

Ihre Geschäftsstelle

 Jahrestagung in Wegberg verschoben!    Jahrestagung in Wegberg verschoben!   Jahrestagung in Wegberg verschoben!


  Jahrestagung in Wegberg vorbereitet

Wichtiger Hinweis zur Jahrestagung - Anmeldung per Email:
Anmeldungen auf elektonischem Wege sind nur über folgende Mailadresse möglich: info@rheinischer-muehlenverband.de
Liebe Mühlenfreunde und -freundinnen, bitte achten Sie auf die Schreibweise.

Glück zu!
Ihre Geschäftsstelle

 Bei seinem letzten Treffen am 29.01.2020 in Wegberg hat der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes die kommende Jahrestagung am 07.03.2020 in der Mühlenstadt Wegberg vorbereitet. Die diesjährige Tagung wird in Kooperation mit der Mitgliedsstadt Wegberg durchgeführt, die ihre Wassermühle für die Versammlung zur Verfügung stellt. Die Schirmherrschaft übernimmt Landrat Stephan Pusch, früherer Vorsitzender des Verbandes.

Die Einladung mit Tagesordnung ist hier einsehbar:  ► Einladung Jahrestagung 2020

Die Mitglieder erhalten die Einladung mit den Tagungsunterlagen auf dem Postweg.

Lothar Esser, der als Geschäftsführer und Mitarbeiter der Stadt die Jahrestagung mitorganisiert, freut sich, dass er folgende Mühlen als Partner für das Nachmittagsprogramm gewinnen konnte:



Schrofmühle


Buschmühle



Schriefersmühle (jetzt mit Flügeln)



Tüschenbroicher Kornmühle

Nähere Hinweise werden mit der Einladung an alle Mitglieder verschickt.
Bereits jetzt sei darauf hingewiesen, dass Mühlenfreunde und –freundinnen auch gern schon vorher in die Mühlenstadt Wegberg anreisen und dort übernachten können. So besteht die Möglichkeit, sich die ein oder andere Mühle zusätzlich anzuschauen und abends in der Wegberger Gastronomie den Tag ausklingen zu lassen.
Ein Unterkunftsverzeichnis kann unter der Internetadresse https://heinsberger-land.de/ aufgerufen werden. Dort finden Sie oben auf der Seite den Eintrag „übernachten“.
Vorgesehen ist, dass der Geschäftsführer auch über Fördermöglichkeiten nach der Heimatförderung NRW berichten wird.
Der Rheinische Mühlenverband e.V. & die Stadt Wegberg freuen sich auf Sie – Glück zu!



   Von Mühlen im Raum Krefeld – Kempen

Beim Sturm „Thomas“ im Jahr 2017 hatte das Wahrzeichen der Thomas-Stadt Kempen, die Stadt­mühle am Hessenwall, ihre Flügel verloren. Wenn auch kein mühlentechnisches Inventar mehr vorhanden ist, so hat doch die Stadt das äußere Erscheinungsbild wieder herstellen lassen. Im Jahr 2019 hat eine niederländische Firma die Mühle mit widerstands­fähigen Stahlruten und Segelgattern versehen, so dass sich wieder ein stattlicher Anblick auf die Mühle aus dem 15. Jahrhundert am Stadtwall bietet.

Auch die Stadt Krefeld hat sich um die Pflege eines beliebten Ansichtskarten-Motives bemüht. Die Windmühle auf dem Egelsberg, deren untere Räumlichkeiten für Ausstellungs­zwecke genutzt werden, hatte massive Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk, die aufwändig saniert werden mussten. Im November 2019 konnte auch das renovierte Flügelkreuz durch die niederländischen Mühlenbauer wieder installiert werden.


Stadtmühle Kempen

 

Mühle auf dem Egelsberg

Weniger Sorgen um den eigenen Bauzustand als vielmehr um die geplanten Baumaß­nahmen in der Nachbarschaft machen sich derzeit die ehrenamtlichen Betreiber der als Autobahn­mühle bekannten Geismühle in Krefeld-Oppum. Von dem Rastplatz an der Autobahn A 57 sind es bisher nur ein paar Schritte, um die imposante und liebevoll restaurierte Mühle zu besuchen. Mit dem ab 2022 geplanten 6-spurigen Ausbau der Autobahn ist eine Verlegung des Rastplatzes auf die Ostseite mit Zufahrts­brücke projektiert. Die „Mühlenspechte“ vom Bauverein Geismühle hoffen trotzdem auch künftig auf neugierige Besucher zu ihren Führungen am 1. und 3. Samstag im Monat von Mai bis Oktober. Außerdem suchen sie – wie viele Vereine – dringend Nachwuchs, der sich mit der Bedienung eines Smartphones allein nicht ausgelastet fühlt.

Eher positiv wird den Ausbau der Autobahn die in nur 4 km Entfernung am Krefelder Hafen neu entstehende Castell-Mühle sehen. Dort wird zur Zeit die modernste Industriemühle Europas gebaut, die mit ca. 365.000 Jahrestonnen Getreide die gesamte Produktion der Ellmühle in Köln Deutz ab April 2020 übernehmen wird. Der Kölner Standort der Firma Goodmills Deutschland wird dann stillgelegt.


 Geismühle Krefeld-Oppum

 Castell-Mühle am Hafen Krefeld








      

       Ältere Artikel als PDF-Datei:

 

►  2020  RMV-Jahrestagung Wegberg abgesagt

►  2020  DGM-Jahrestagung abgesagt

►  2020  Ostergruß

►  2020  Mühlentag abgesagt

►  2020  Jahrestagung in Wegberg verschoben

►  2020  Jahrestagung in Wegberg vorbereitet

►  2020  Mühlen in Krefeld - Kempen

  2019  Weihnachtsgruß

  2019  Mühleninventar abzugeben

  2019  Vorweihnachtsmarkt Lambertsmühle

  2019  Heimatförderung / RMV-Vorstand in Molzmühle

  2019  700 Jahre Hohe Mühle Uedem

  2019  2. Heimatakademie

  2019  1. Heimatakademie

  2019  Altemüller – RMDZ-Kalkar online

  2019  RMV-Jahresversammlung in Rees

  2019  Globalisierung: TIMS, Via Molina, Müllerhandwerk

  2018  Zum Jahresende 2018

  2018  RMV-Jubiläum 25 Jahre

  2018  RMV-Vorstand in Tüschenbroich

  2018  Werkstattgespräch Wassermühlen

  2018  DGM-Jahrestagung in Rheine

  2018  Mühlentag-Pfingstausflug

  2018  Heimat NRW – Nilgens 25 Jahre in NRW-Stiftung

  2018  RMV-Jahresversammlung in issum

  2018  Stiftung Historische Mühlen

  2017  Zum Jahresende 17

  2017  Freudenschere für Weltkulturerbe

  2017  Mühlenkalender 2018

  2017  Rheinlandtaler Josef Jörissen

  2017  Jungmüller sucht Unterstüzung

  2017  Mühlenerhaltung - Vortrag Axel Meyer

  2017  Werkstattgespräch Wassermühlen

  2017  Jahrestagung RMV in Hamminkeln-Dingden

►  2017  Jahreshauptversammlung

  2017  Bericht aus dem DGM-Vorstand

  2017  RMV sucht neue Räume

  2016  Zum Jahresende 16

  2016 Trauungen Eltener Mühle

  2016 Mühlenthema Dülkener Schule

  2016  Bundestagsabgeordneter beim RMV

 2016  Mühlentag im Rheinland

  2016  Scholten-Mühle online

  2016  Segeltuch-Verkauf Vehlingen

  2015  Mühlenhandwerk Niederlande UNESCO-Antrag

  2015  Kalkarer Mühle in Kasachstan

►  2015  DGM-Jahrestagung Wegberg

►  2015  Nachruf Dr. Hans Vogt

  2015  Mühlenbroschüre Wegberg - Leudal

    2014  Mühlenausstellung Potsdam

    2014  Neue Windmüller in Kalkar

    2013  Mühlenausstellung in Wegberg

    2013  Mühlenausstellung in Wildenrath

   2012  Neuauflage "Kleine Mühlenkunde"

   2012  Floriade in Venlo