Mühlenverband Rheinland
Willkommen beim Rheinischen Mühlenverband e. V.

Infoartikel




  Ausstellung „Windmühlen in Rees und den Ortsteilen“

– Reinhold Pillich, Vorsitzender des Rheinischen Mühlenverbandes, eröffnete in Rees eine Mühlenausstellung.    Organisiert wurde sie vom stellvertretenden Geschäftsführer des RVM, Michael Scholten, und dem Reeser Geschichtsverein

„Windmühlen in Rees und den Ortsteilen“ heißt die neue stadthistorische Ausstellung des Reeser Geschichtsvereins RESSA, die bis zum 26. Februar 2023 im Koenraad-Bosman-Museum der Stadt Rees zu sehen ist. Michael Scholten, Erbe der Scholten-Mühle in Rees und stellvertretender Geschäftsführer des Rheinischen Mühlenverbandes, hat für die Ausstellung zwei Jahre lang über 20 Kastenmühlen und Turmwindmühlen sowie über ausgewählte Industriemühlen in seiner Heimatregion recherchiert, die seit dem 14. Jahrhundert wichtige Dienste in Rees, Esserden, Bienen, Millingen, Haldern und Haffen-Mehr sowie in Vehlingen und Wertherbruch leisteten.
52 fotoreiche Informationstafeln, die auf lokalem Archivmaterial und den Forschungen von Dr. Hans Vogt (1924-2015) basieren, aber auch auf den gesammelten Erinnerungen früherer und heutiger Mühlenbesitzer, lassen die Geschichte der für die niederrheinische Landschaft so prägenden Baudenkmäler lebendig werden und würdigen zugleich die wichtige „Dreierkette“ der traditionellen Berufe von Bauer, Müller und Bäcker.


Reinhold Pillich hielt die Rede zur Eröffnung der Mühlenausstellung in Rees

Außerdem umfasst die Ausstellung neun faszinierende Mühlenmodelle im H0-Format 1:87, die in detailverliebte Dioramen eingebettet sind. Der Vorsitzende des Reeser Geschichtsvereins, Heinz Wellmann, hat diese Modelle in nahezu 1000 Arbeitsstunden geschaffen. Jedes Diorama im Acrylglas-Kasten ist ein kleines Kunstwerk voller Ideen und macht den Museumsbesuch gerade auch für Familien mit Kindern zu einer spannenden Entdeckungsreise in Sachen Wind- und Wassermühlen.
Die Eröffnungsrede am Sonntag, 20. November, hielt Reinhold Pillich, Vorsitzender des Rheinischen Mühlenverbandes. Er kam direkt von der Klausurtagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung im Kreis Minden-Lübbecke nach Rees. Im März 2019 war Reinhold Pillich schon einmal in der Rheinstadt, als der Rheinische Mühlenverband dort seine Jahrestagung ausrichtete. Eingeladen hatte die Scholten-Mühle, im Rahmen der Versammlung hielten Vorstandsmitglieder des Reeser Geschichtsvereins einen Vortrag über die Geschichte der regionalen Mühlen. „Schon damals habe ich gespürt, dass hier Gemeinschaft gelebt wird und dass engagierte Leute ihre Freizeit und ihr Fachwissen in Projekte stecken, um die Erinnerung an die 2000 Jahre alte Mühlenkultur wachzuhalten“, sagte Reinhold Pillich im Museum. Dies trage dazu bei, die Mühlen als „landschaftsbauliche und kulturhistorische Denkmäler zu erhalten und, wo immer es geht, wiederinstandzusetzen.“

120 Besucher schauten sich die Ausstellung
am Eröffnungssonntag an

Erste Einträge ins Gästebuch

Der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers dankte dem Geschichtsverein für das große Engagement, das einmal mehr in die gründliche Erforschung und die attraktive Präsentation der lokalen Geschichte geflossen sei. „Stadthistorische Ausstellungen sind seit jeher die bestbesuchten Veranstaltungen in unserem Museum“, sagte der Bürgermeister und verwies auf die mehr als 90 Besucherinnen und Besucher, die bereits der Eröffnung beiwohnten. Am Sonntagnachmittag kamen noch 30 weitere hinzu.
Der RESSA-Vorsitzende Heinz Wellmann war im Gewand des „einfachen Müllers Hein“ ins Museum gekommen, mit dem er seit einem Jahr auch familiengerechte Führungen durch die Scholten-Mühle anbietet. In seinen Grußworten hinterfragte er die Legenden, die sich um den alten Müllerberuf ranken, und ging auf die Bedeutung der Wind- und Wassermühlen im realen Leben, aber auch in der Märchen- und Mythenwelt ein. Heinz Wellmann wertete es als Glücksfall, dass auch am Niederrhein so manches Baudenkmal das Mühlensterben im 20. Jahrhundert überlebt hat und in den letzten Jahren das Interesse am alten Mühlenhandwerk eine „erstaunliche Renaissance“ erlebt habe: „Die Stadt Rees darf sich glücklich schätzen, dass sie ihren Bürgern und Besuchern eine vollfunktionstüchtige Mühle und darüber hinaus weitere Zeugnisse einer einst reichen Mühlenkultur bieten kann.“

Heinz Wellmann, Vorsitzender vom Reeser Geschichtsverein,
Reinhold Pillich und Bürgermeister Christoph Gerwers


Leihgeberin Doris Möllenbeck mit Exponaten.
Rechts Organisator Michael Scholten mit Sohn Tim

Das Koenraad-Bosman-Museum, Am Bär 1, 46459 Rees, ist samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen können das Museum auch zu anderen Zeiten besuchen, dafür ist eine Terminabsprache unter 02851/51-187 oder museum@stadt-rees.de erforderlich. Am Weihnachts- und Silvester-Wochenende ist das Museum geschlossen, dafür öffnet es am zweiten Weihnachtstag, 26. Dezember, von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro, ermäßigt einen Euro. Für Kindergärten und Grundschulen bietet der Reeser Geschichtsverein kostenfreie Führungen an. Kontakt: info@ressa.de
Zur Mühlenausstellung wird im Februar 2023 ein Katalog veröffentlicht. Vorab enthält bereits das RESSA-Jahrbuch „Reeser Geschichtsfreund“ fast 30 Sonderseiten über die in der Ausstellung präsentierten Mühlen. Das Buch ist voraussichtlich ab Anfang Dezember zum Preis von zehn Euro erhältlich. Mitglieder des Geschichtsvereins erhalten ein Freiexemplar. Mehr Infos unter www.ressa.de

Fotos und Text: Michael Scholten




   Planung der Jahrestagung 2023 des RMV

Am 31. August 2022 hat die erste Vorstandssitzung nach der Sommerpause in der Bongartz Mühle bei unserem Mühlenfreund Rudolf Büschges stattgefunden. Einvernehmlich ist der Vorstand zu der Entscheidung gekommen, dass wir unsere Mitgliederversammlung wieder traditionell am ersten Samstag im März eines jeden Jahres durchführen wollen. Leider war das in den letzten Jahren pandemiebedingt nicht möglich. So soll die nächste Jahreshauptversammlung im kommenden Jahr am Samstag, den 04. März 2023, stattfinden.

Der Ausrichtungsort steht noch nicht fest. Bewerbungen können bei allen Vorstandsmitgliedern abgegeben werden. Die Jahreshauptversammlung wird vom Vorstand organisiert. Benötigt wird nur ein entpsrechender Tagungungsraum. Im Nachmittagsprogramm können sich Mühlen, Mühlenvereine, Museen, Gemeinden etc. vorstellen und präsentieren. Die Vorstandsmitglieder sind hierbei selbstverständlich behilflich. Der Termin ist auch deshalb besonders interessant, weil der RMV im Jahr 2023 sein 30jähriges Jubiläum feiert!

Also meldet Euch ganz einfach und unkompliziert!

Liebe Grüße und Glück zu

Reinhold Pillich
(Vorsitzender)


 

    Urkunde für Änne Drießen

     – Vorstandssitzung des RMV

Das langjährige Vorstandsmitglied Änne Drießen aus Nettetal-Hinsbeck hat sich im Frühjahr 2022 altersbedingt aus der Vorstandsarbeit des Rheinischen Mühlenverbandes zurückgezogen und nicht zur Wiederwahl gestellt. Auf der Jahrestagung in Wegberg am 14. Mai 2022 hat ihr die Versammlung die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.
Änne Drießen gehörte 1993 zu den Gründungsmitgliedern des Rheinischen Mühlenverbandes in Kleve-Donsbrüggen und war seitdem ununterbrochen in verschiedenen Funktionen im Vorstand tätig, zuletzt als Stellvertretende Geschäftsführerin.

 


Auf der Jahresversammlung in Wegberg wurde sie vom Vorsitzenden R. Pillich bereits mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Wein verabschiedet, es fehlte aber noch die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft. Diese wurde ihr nun am 31. August in Viersen-Unterbeberich überreicht. Der Schatzmeister Rudolf Büschges hatte dort zur Vorstandssitzung in die Bongartzmühle eingeladen, und die ehemaligen Kollegen bildeten den angemessenen Rahmen vor dem großen Mahlstein.

 

 


Änne Drießen hatte aber auch ein Abschiedsgeschenk für den projektierten Geschäfts- und Archivraum des RMV mitgebracht: Zwei Grafiken der Dalheimer Mühle und der Hinsbecker Stammenmühle, die sie und ihre Leistung für den Rheinischen Mühlenverband in unserer Erinnerung halten werden.




   Kreisarchiv Neuss in Zons neu eröffnet

Am 22. Juni 2022 ist der Neubau des Kreisarchivs in Zons feierlich eröffnet worden. Nachdem die Bestände und Aufgaben des Archivs gewachsen sind, war ein Neubau notwendig geworden, um die Archivalien des Rhein-Kreises-Neuss, der Städte Dormagen und Jüchen sowie der Gemeinde Rommerskirchen sachgerecht unterzubringen und bearbeiten zu können. Nach dem Umzug des Archivs aus den bisherigen Räumen in der alten Zollburg Friedestrom in den Neubau konnte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nunmehr das Haus seiner Bestimmung übergeben als Anlaufstelle für Geschichts-Interessierte der Region.
Da auch der Rheinische Mühlenverband eine Einladung zu Festakt und Vorstellung der Räumlichkeiten erhalten hatte, konnte sich Vorstandsmitglied Frau Dr. Meyer zu Düttingdorf von der freundlich-sachlichen Atmosphäre des Archivs und der technisch zeitgemäßen Lagerung des Archivgutes überzeugen. Der Bau liegt im Bereich des ehemaligen Franziskaner-Klosters, das von Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Säkularisation bestand. Das Gebäude des Archivs orientiert sich am Grundriss der Klosteranlage und integriert Fundamentreste nach archäologischen Grabungen.

Die Zeit ist über das Kloster
hinweg gegangen, der Besucher
geht über die Fundamente.

Fensterblick aus
dem Obergeschoss





Dutzende von Regal-wänden bieten Platz für Bücher, Nachschlagewerke
und Schriftstücke in passenden Kartons aus säurefreier Pappe.
Fotos: A. Meyer zu Düttingdorf



 



   DGM-Jahrestagung 2022 in Halberstadt

Die Jahrestagung 2022 der DGM konnte planmäßig und termingerecht in Halberstadt durchgeführt werden. Vom 24. bis 26. Juni konnten so die gastgebenden Veranstalter des Arbeitskreises Mühlen Sachsen-Anhalt über 80 Teilnehmer begrüßen. Nachdem am Freitagnachmittag bereits die Vorstandssitzung und Auftaktsitzung des Beirates im „K 6 Seminarhotel“ abgehalten worden war, folgte dort am Abend die Eröffnungsveranstaltung mit Begrüßungsworten des DGM-Präsidenten, der Vertreterin des Landkreises Harz sowie des Arbeitskreises, gefolgt von einem Bericht über die Halberstädter Mühlen. Mit der Eröffnung des Buffets begann der gesellige Gesprächsabend.
Am Samstag stand für Begleitpersonen eine informative Rundfahrt durch Halberstadt mit bunter Straßenbahn zur Verfügung oder ein Ausflug zu den ehemaligen Höhlenwohnungen in Langenstein.

Begrüßung im Hotel ‛K 6’


Stadtführung Halberstadt

Wohnhöhle (Langenstein)

Zur Eröffnung der Mitgliederversammlung am Samstag richtete Prof. Dr. Ing. Weinig neben der allgemeinen und besonderen Begrüßung des Gastredners und des Ehrenvorsitzenden Erhard Jahn einen ausdrücklichen Dank an Ludwig Angerpointer für die trotz schwieriger Umstände gelungene Jahrestagung 2021 in Bayern.

Prof. Weinig benannte einige Themen, mit denen die DGM vorrangig beschäftigt ist, wie die destruktive Beeinträchtigung der Wassermühlen durch die Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) und auch die Weiterentwicklung der Via Molina, für die man sich um weitere Mitgliedsländer bemüht. Weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit Österreich, weitere Kontakte bestehen zu Rumänien und Estland wie auch Polen und Bulgarien.

Der Vorsitzende des RMV, Reinhold Pillich, der neben unserem Geschäftsführer Dr. Ferdinand Schmitz das Rheinland vertrat, ist in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der DGM mit der Einrichtung eines Beirates betraut, dessen Aufgaben die flächendeckende Unterstützung der bundesweiten Mühlen sein soll, wie er in einem Kurzreferat erläuterte. Die Versammlung wählte später als Beisitzer der DGM Ansgar Rahmacher (Verwalter der Datenbank), Florian Butt (Müller in Niedersachsen), Christian Meyer (Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern) und Gerald Bost (Berlin, TIMS). Zur Bearbeitung vielfältiger Aufgaben plant die DGM für Herbst 2022 eine Klausurtagung.

Der Geschäftsführer F. Rohlfing berichtete, dass die DGM zur Zeit 3250 Mitglieder hat, davon 155 Direktmitglieder. Für letztere wurde nach Erhöhung der allgemeinen Mitgliedsumlage in den Landesverbänden ebenfalls eine Anpassung beschlossen, von 20 € auf 50 € bzw. 50 € auf 100 € für Verbände. Bei einem Kassenbestand von 78 T€ hat die DGM für 2022 Investitionen in Höhe von 17 T€ geplant, wobei ein erheblicher Anteil auf die Neugestaltung der Webseite entfällt. Der gestiegene Personalkostenbeitrag an den Kreis Minden-Lübbecke erfordert in Zukunft auch ein höheres Budget.

R. Pillich erläutert den neuen Beirat
Mühle Nicola in Schleswig


Preisübergabe stellvertretend
an U. Karstens u. R. Weiß

Der DGM-Preis aus der Anneliese-Schücking-Stiftung  ging an Arnd Jansohn für den Wiederaufbau einer Abbruch-Mühle am Schlei-Ufer in Schleswig. Die Mühle liefert regelmäßig Mehl aus Bioland-Getreide an Bäcker der Umgebung. Stellvertretend für den verhinderten Preisträger nahmen Uwe Karstens (als Laudator) und Rüdiger Weiß den Preis entgegen.

Sachsen-Anhalt ist das Land der Bockwindmühlen, wie wohl viele bereits beim Anblick des 4-m-großen Modells bei der Anmeldung im Hotel-Foyer vermutet haben. Bei dem Fachvortrag „Mühlen in Sachsen-Anhalt“ von Prof. Henry Bergmann über Entwicklung und Bestand der Mühlen wurde das dann auch deutlich; abgesehen vom Harz im Süden ist das Land weitgehend durch flache Landschaften der Norddeutschen Tiefebene gekennzeichnet, wo Windmühlen weit verbreitet sind. In dieser Region sind viele Bockmühlen vorhanden, die offenbar die DDR-Zeit ganz gut überstanden haben, trotzdem aber heute vielfach vom Verfall bedroht sind.


Prof. H. Bergmann berichtet über die Mühlen des
Landes und die Aufgaben des Arbeitskreises.

Unter den Zielen der 4 Exkursionen befanden sich denn auch insgesamt 3 Bockwindmühlen, in Danstedt, Anderbeck und Sargstedt, aber auch etliche Wassermühlen wie z. B. in Klein-Quenstedt oder im „Mühlendorf“ Abbenrode (gut 900 Einwohner), wo ein kleines romantisches Bächlein ehemals 6 Mühlen antrieb. Wer dem Mühlenwanderweg zur restaurierten Mühle Otto folgt, wird unweigerlich an die Max-und-Moritz-Geschichten von Wilhelm Busch erinnert.

Auch die Wassermühle am Paulsplan in Badersleben hat als liebevoll hergerichteter 3-Seiten-Hof mit inhäusigem restaurierten Wasserrad und erhaltenem Mahlgang einige romantische Aspekte. Das insgesamt dreisitzige doppelte Plumpsklo fand bald mehr Aufmerksamkeit als das 4-m-Wasserrad mit seiner alten Welle. Sehenswert und auch den „Müllern“ freundlich dargeboten ist ein privates Tierarzt-Museum der Besitzerfamilie.

Der Mühlbach entspringt aus einer Quelle am Hang des nur wenig südlich gelegenen Höhenrückens Huy und speiste nach historischen Karten auf den ersten 7 Kilometern 15 Wasserräder.

Tagungsorganisator W. Sarömba
und der Mühleneigner Dr. Dreier

Wasserrad der Baderslebener Mühle


Drei stille Beobachter

Wer das Glück hatte, an der Bockmühle in Anderbeck bei Kaffee und Kuchen in schattiger Streuobstwiese die Exkursion zu beenden, erfreute sich noch eine Weile am schönen Wetter und der frischen Luft. Auch das Abendbuffet im Hotel konnte mit Grill im Freien genossen werden. Wie am Vorabend sorgte die Musikschule Schicker für musikalische Begleitung.

Der herzliche Dank des DGM-Präsidenten (wie wohl aller Teilnehmer) für die gelungene Jahrestagung ging an die Gastgeber und Organisatoren vom Arbeitskreis Mühlen Sachsen-Anhalt e.V., dem Vorsitzenden Ludgar Eckers, dem DGM-Delegierten Torsten Neitzel und dem eifrigen Schriftführer Winfried Sarömba. Für nächstes Jahr hat Bettina Böhme nach Chemnitz in Sachsen eingeladen.


Bockwindmühle Anderbeck





  Deutscher Mühlentag 2022

Auch die MühlenfreundeAuch die Mühlenfreunde und -förderer streben nach den mehrjährigen Ausfällen und Verschiebungen wegen der bekannten Virus-Epidemie wieder mehr Normalität an. So konnte der Deutsche Mühlentag wieder am Pfingstmontag, 06.06.2022 begangen werden und mit 636 Meldungen bundesweit ist zwar noch nicht wieder der frühere Stand (ca. 1000) erreicht, aber erheblich mehr Beteiligung als im Herbst des vergangenen Jahres.

Im Rheinland beteiligten sich 33 Wind- und Wassermühlen an dem seit 1994 von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e. V. (DGM) veranstalteten Mühlenfest, von Bonn bis Emmerich, vom Selfkant bei Heinsberg bis ins Bergische Land bemühten sich Besitzer und Betreiber, den neugierigen Besuchern Kultur und Technik der Mühlen nahezubringen. Einige Mühlen wurden in der vergangenen Zwangspause technischen Ertüchtigungen unterzogen, wie man z. B. beim Verein Historischer Mühlen im Selfkant lesen konnte, allerdings waren nicht alle Mühlen in besichtigungsfähigen Zustand gekommen. Dennoch drehten sich an der Haarener Mühle die Flügel und zahlreiche Besucher ließen sich die Technik außen erklären. Die überaus kostspieligen Reparaturen zur Erhaltung historischer Mühlen sind nur mit Hilfe von Fördermitteln, z. B. aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ des Landes NRW, der NRW-Stiftung oder der Stiftung Deutscher Denkmalschutz zu bewerkstelligen.


Waldfeucht-Haaren


Die „Mühlenspechte“ an der Geismühle in Krefeld mussten ausgerechnet zum Mühlentag die Windbretter an den Flügeln zur Reparatur abnehmen, machten aber Führungen und Brotverkauf, während den Dinslakener Müllern der Holzwurm das 200-jährige Jubiläum der Hiesfelder Windmühle total vermasselt hat. An der Wassermühle konnte aber Brot gebacken werden und alte Traktoren waren zu bewundern.


Geismühle in Krefeld


Lohmühle in Duisburg-Baerl


Auch die Lohmühle in Duisburg-Baerl hatte Oldtimer zu bieten, Kaffee, Kuchen, Würstchen und natürlich die nach langjähriger Restaurierung erstmals wieder zu besichtigende Turmwindmühle, die im Herbst auch wieder ihre Flügel drehen soll. Dort wird ebenfalls nachvollziehbar, welch großer Aufwand an Zeit, Geld und Arbeit zur Mühlenerhaltung notwendig ist. Das ehrenamtliche Engagement der Mühlenfreunde im Rheinland kam gerade an diesem Mühlentag wieder besonders zum Ausdruck und ist hoch anzurechnen.


Clörather Wassermühle

Grottenhertener Windmühle


Dass auch Wassermühlen ohne Wasser einen Besuch lohnen können, zeigt sich am Beispiel der Clörather Mühle in Viersen. Der Mühle war Bestandteil eines Niederrheinischen Vierkanthofes, der die Niers-Begradigung in den 1930er Jahren buchstäblich das Wasser abgegraben hat. Neben der ruhenden Schauanlage mit Getriebe und säulengetragenem Mühlgerüst mit zwei Steinmahlgängen bietet das landwirtschaftliche Ensemble in idyllischer Auenlage auch einen Blick auf die benachbarte Storchenbrut.
Ebenfalls ohne Wasser und Rad ist die Paffendorfer Mühle in Bergheim, die in einem großen Vierkanthof Platz für Bierwagen, großes Grill- und Kuchenbuffet sowie viele Besucher bietet. Zur Besichtigung stand die zuletzt mit E-Motor betriebene Mahleinrichtung, zum Verkauf Mühlenbrot und diverse Handarbeiten.

Wer sich auf den Weg zur voll funktionsfähigen Grottenhertener Windmühle bei Bedburg gemacht hatte, konnte nach kompetenter Führung durch den Bergholländer vor dem Durchfahrtstor zur Erfrischung Platz nehmen, solange der Getränke-Vorrat reichte.

Betreiber und Besucher duften sich über wunderbar sonniges Pfingstwetter freuen und dem Vernehmen nach waren wohl die meisten Veranstalter mit dem Verlauf und dem Besuchsaufkommen zufrieden. Hoffen wir auf entsprechende Fortsetzung im nächsten Jahr.


 







Clörath




  RMV-Jahrestagung 2022 in Wegberg

Nach der Jahrestagung in Rees 2019 war für 2020 die Tagung in Wegberg geplant. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie musste sie leider abgesagt werden, und auch 2021 konnte keine Mitgliederversammlung abgehalten werden. Für dieses Jahr hat der Vorstand aufgrund vieler wichtiger Themen eine Versammlung geplant, den Termin aber auf den Mai verschoben. So wurde die offizielle Jahrestagung des RMV am 14.05.2022 in Wegberg durchgeführt, wo die Stadt Wegberg dafür das Forum neben der Burg zur Verfügung stellte. Der großzügige Raum war wegen schwer zu planender Corona-Verhältnisse ausgewählt worden, konnte aber kaum von den Besuchern gefüllt werden, da viele wohl noch sehr zurückhaltend auf solche Ereignisse reagieren.

Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Reinhold Pillich begrüßte Herr Bürgermeister Michael Stock die Versammlung in der Mühlenstadt Wegberg, was am Vortag der Landtagswahl besonderen Dank verdient. Er wies auf die historische Bedeutung und das Allein-stellungsmerkmal der 14 am Ort vorhandenen Mühlen hin, von denen 6 heute einen gastronomischen Betrieb beherbergen. Die Wegberger Mühle stellt als Veranstaltungsraum für viele Vereine eine Anlaufstelle dar, und die Stadt bietet mit teilweise nach den Niederlanden grenzüberschreitenden Mühlentouren oder der Familien-Rallye um das Wegberger Gold zahlreiche touristische Angebote.


Forum Wegberg

Bürgermeister M. Stock

 Der Vorsitzende und derzeit kommissarische Geschäftsführer R. Pillich gab einen zusammenfassenden Geschäftsbericht über die stark von der Pandemie geprägten vergangenen 2 Jahre, die neben einem auf Herbst verschobenen und mit wenig Beteiligung ausgeführten Mühlentag 2021 nur einzelne andere Ereignisse aufwiesen. Auch konnte er über die ebenfalls mehrfach verschobene Jahrestagung der DGM im Oktober 2021 in Anger in Oberbayern berichten, auf der u. a. Prof. Dr. Johannes Weinig als Nachfolger für den ausscheidenden Präsidenten der DGM Erhard Jahn gewählt wurde. Auf die damit vakant gewordene Stelle eines Vizepräsidenten wurde unser Vorsitzender Reinhold Pillich von der Versammlung gewählt. Die diesjährige Jahrestagung der DGM wird vom 24.–26.06.2022 in Halberstadt in Sachsen-Anhalt stattfinden.

Nach Bericht über den Kassenstand durch den Schatzmeister und dem Bericht der bereits mehrjährig tätigen Kassenprüfer wurde dem Vorstand von der Versammlung Entlastung erteilt. Somit konnten Neuwahlen für den Vorstand durchgeführt werden, was für alle Positionen nötig war, da der Vorsitzende (für 4 Jahre), weitere Vorstandsmitglieder (für 3 Jahre) alle 12 Jahre gleichzeitig anstehen. Durch den pandemie-bedingten Ausfall der Versammlung 2021 hatte sich die Amtszeit aller um 1 Jahr verlängert, die Amtszeit der Neugewählten beginnt 2022. Für den ausgeschiedenen Geschäftsführer wurde der bereits früher (bis 2011) als Schatzmeister tätige Dr. Ferdinand Schmitz von der Schrofmühle in Wegberg gewählt, als Stellvertretender Geschäftsführer verstärkt künftig Michael Scholten von der Scholtenmühle in Rees den Vorstand. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, alle Wahlergebnisse waren einstimmig bei lediglich Enthaltungen der Betroffenen. Als künftige Kassenprüfer stehen Jochen Porbeck aus Issum (1 weiteres Jahr) und Monika Duvensee aus Wegberg (2 Jahre) zur Verfügung.

R. Pillich und F. Schmitz berichteten über neue Perspektiven zur langjährigen Suche des Vereins nach Archivräumen und Sitz einer Geschäftsstelle. Familie Schmitz bietet solche Räumlichkeiten in der Schrofmühle an, falls erforderliche staatliche Fördermittel zum Ausbau im ehemaligen Speicherboden zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt Wegberg unterstützt das Projekt.

Weitere Themen waren die Digitalisierung des internen Postversands, der Deutsche Mühlentag (2022 sind 32 Teilnehmer im Rheinland gemeldet) sowie die seitens der DGM zum 1. Januar 2023 beschlossene Anhebung der Beitragsumlage wegen gestiegener Unkosten. Dadurch ist auch der RMV zu einer Anhebung des Mitgliedsbeitrags ab dem kommenden Jahr gezwungen, was aber wegen konstanter Beiträge seit 2013 zu akzeptieren ist. Der Beitrag steigt um je 5,– € für die drei Beitragsgruppen.


Geschäftsführer und Stellvertreter:
Dr. F. Schmitz und M. Scholten

R. Pillich verabschiedet
Änne Drießen

Im Jahr 2023 soll die Jahrestagung des RMV wieder früher stattfinden, am 04.03.2023. Für den Austragungsort werden noch Bewerber gesucht.

M. Scholten wies die Versammlung auf eine in Rees geplante Mühlen-Ausstellung vom 20. Nov. 2022 bis 26. Feb. 2023 hin, zu der auch Ausstellungs-Modelle des RMV angefragt werden.

Die ausscheidende Stellvertretende Geschäftsführerin Änne Drießen wurde vom Vorsitzenden mit einem Blumenstrauß und einem guten Tropfen verabschiedet. Sie zählte 1993 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und war seitdem in verschiedenen Funktionen ununterbrochen im Vorstand tätig. In Würdigung ihrer Verdienste für das Mühlenwesen im Rheinland hat ihr die Versammlung die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Die Urkunde dazu wird später nachgereicht.
Nach Stärkung mit einer dieses Jahr als „Corona-Trost“ kostenlos verabreichten Gulaschsuppe haben noch einige Teilnehmer die Gelegenheit und das sommerliche Wetter genutzt, um die nahegelegene und für Stadt und Verein bedeutsame Schrofmühle zu besuchen, oder sich in einer der gastronomisch ausgerichteten Wegberger Mühlen zu erfrischen oder bei Kaffee und Kuchen zu stärken.



   Ein Besuch in der Issumer Herrlichkeitsmühle

        –  (Maßstab 1 : 25)

Am 05.05.2022 bot sich Gelegenheit zu einem privaten Besuch der Issumer Herrlichkeitsmühle, allerdings musste man etwas den Kopf einziehen, denn das Objekt war nur gut einen Meter groß und stand in Krefeld. Unser Mühlenfreund und technisch versierter Maschinenbau-Ingenieur Paul Koenen hat nach mehrjähriger Arbeit sein sechstes Mühlenmodell im Maßstab 1 : 25 fertiggestellt.

Die Modelle bestechen durch absolut maßstabgerechte Detail-Ausführungen, innen wie außen, die nur durch ein langwieriges Aufmaß und die danach erstellte technische Bauzeichnung möglich sind. Die Herrlichkeitsmühle ist aus verschiedenen Hölzern gebaut, wobei alle Konstruktionshölzer aus Eiche sind.

Hat man sich an der filigranen Gestaltung des Modells erfreut, staunt man um so mehr, dass alle Teile voll funktionsfähig ineinander greifen. Wo bei mancher original erhaltenen Windmühle die Räder knarren und ächzen, greifen hier die Kämme nahezu lautlos in die Stockgetriebe und schnurren uhrwerkgleich in ihrer Runde, sofern man nicht den Seilzug vom Bremsbalken anzieht.


(Rohbau 2018)



Das Modell, das vor vier Jahren schon in der Rumpf-Konstruktion entwickelt war, lässt sich auch nach Fertigstellung durch lösen kleiner Schrauben und öffnen der Seitenteile des Acht-kant-Aufbaus von innen bestaunen. Der Mühlenberg des Durchfahrt-Holländers ist seitlich angeschnitten, damit die Mühle zu ihren Artgenossen auf die Fensterbank passt. Die hölzerne Bütt jeweils um die beiden Mahlgänge kann natürlich entfernt werden, um gelegentlich die Steine zu schärfen, was aber vermutlich nicht sobald nötig sein wird.

 

Ist die Mühlenkappe mit der Steertwinde in den Wind gedreht, könnten sich die Gatter-Flügel in Bewegung setzen, wenn sie denn mit Segeln bespannt wären. Die Bruststücke sind im gusseisernen Wellenkopf verkeilt, die Flügelruten an den Bruststücken mit Metallklammern verschraubt (hier M 1,4 in Messing).

(Stand 2018)


Aus den roh zugesägten Teilen sind die präzise eingesetzten und fein eingeschliffenen Kämme des Kammrades geworden, das von der Flügelwelle die Drehbewegung auf die senkrechte Königswelle überträgt. Um das Kammrad greifen die beweglich verbundenen Felgenstücke der flämischen Bremse (Presse), deren Bremsbaum über einen Seilzug auf der Bremstrommel gehoben oder gesenkt werden kann. Die Ästhetik der Hauben-Verschindelung setzt dem Modell sozusagen die Krone auf.



Wenn alles gängig ist, kann der Mahlgang eingekuppelt werden, indem die Spindel des Obertriebs in die L-förmige Aussparung des oberen Lagerbalkens eingerückt wird. Wer dann den Holzkeil zur Verrieglung des Lagers sucht, wird neben dem 2-Cent-Stück fündig.

Was nun noch notwendig wäre, ist die Zucht von Getreidesorten im entsprechenden Maßstab, also nicht auf maximale Größe der Körner gerichtet, sondern in 1 : 25, dann könnte wohl auch unten aus der Mehlpiepe richtiges Mehl herauskommen. Aber das ist ein Problem für Agrar-Ingenieure, nicht für Mühlenbauer, auch solche, die nur im Kleinen Großes leisten. Von Paul Koenen war zu hören, dass er kein weiteres Modell mehr bauen werde, was verständlich ist, da doch mit Bockmühle, Kokermühle und Wassermühle die Fensterbank ihre Kapazitätsgrenze als Mühlenmuseum erreicht hat.





  

 Ostergruss 2022

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes
wünscht allen Mühlenfreunden
ein sonniges und gesundes Osterfest

 

 

    Einladung zur Jahresversammlung 2022

Der Rheinische Mühlenverband lädt seine Mitglieder zur diesjährigen Jahrestagung am 14.05.2022 um 11:00 Uhr im Forum Wegberg, Burgstr. 6, nach längerer Corona-Pause  ein. Der Einladung ist ein Anmeldeformular beigefügt sowie das Meldeformular zur Teilnahme am Deutschen Mühlentag am 06.06.2022.

Die Einladung ist hier als PDF-Datei hinterlegt:    ► Einladung zur Jahresversammlung 2022

Die persönliche Einladung an die Mitglieder wird in den nächsten Tagen per E-Mail bzw. Briefpost verschickt.


   Vorbereitung der Jahresversammlung 2022

Der Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes hat auf seiner Sitzung am 19. Januar beschlossen, die diesjährige Mitgliederversammlung am 14. Mai durchzuführen. Auf seiner Sitzung am 23. März wurden weitergehende Planungen beschlossen. Die Versammlung wird in Wegberg stattfinden, im Forum Wegberg, Burgstr. 6, wo genügend Platz ist, um eine den Corona-Schutzmaßnahmen entsprechende Abwicklung der Veranstaltung zu gewährleisten. Der Termin ist Samstag, 14.05.2022, 11:00 Uhr. Die Mitglieder des Verbandes werden rechtzeitig eingeladen und über die Tagesordnung informiert.


  Wichtige Mitteilung an die Mitglieder

Der Geschäftsführende Vorstand des Rheinischen Mühlenverbandes wird in den nächsten Tagen seinen Mitgliedern wichtige Informationen per E-Mail zustellen. Inhaltlich geht es um Umstellung der Kommunikation auf digitale Wege (E-Mail) sowie die Planung der Jahresversammlung 2022. 

Das Anschreiben ist auch hier als PDF-Datei einzusehen: ►   anschreib-umstellung-e-mail-22.pdf 

Dem Anschreiben werden auch Informationen zum Deutschen Mühlentag und Formulare beigefügt, die hier auf der Seite Mühlentag 2022 zu finden sind. ►  Mühlentag 2022 




 

 Weihnachtsgrüße 2021


 


    

      Liebe Verbandsmitglieder,
      liebe Mühlenfreunde,

auch das zu Ende gehende Jahr 2021 war leider wieder über weite Strecken sehr stark von der Corona-Pandemie negativ beeinträchtigt. In den letzten Wochen wurde das öffentliche Leben sogar wieder von der Pandemie und den damit im Zusammenhang stehenden Einschränkungen bestimmt.

Nachdem wir im Laufe des Jahres wieder auf eine Entspannung der Gesamtsituation gehofft hatten, war diese Freude wohl nur von recht kurzer Dauer. Zwar konnten einige Veranstaltungen wieder durchgeführt werden, allerdings immer nur unter Beachtung einiger Auflagen einhergehend mit vielen zusätzlichen Aufwendungen in organisatorischer Hinsicht und zusätzlich zu beachtenden Bedingungen.

So konnte zwar der Deutsche Mühlentag am 12. September 2021 in Verbindung mit dem Tag des offenen Denkmals wieder durchgeführt werden, aber die niedrigen Zahlen der angemeldeten Mühlen mit nur 179 Teilnehmern zeigen doch, dass die recht kurze Vorbereitungszeit und die erschwerten Rahmenbedingungen viele Mühlenfreunde von einer Teilnahme abgehalten haben.

Der Verbandsvorstand konnte sich nur einmal zu einer gemeinsamen Verbandssitzung in der Wegberger Mühle treffen. Ansonsten musste das Verbandsgeschehen leider wieder überwiegend auf digitale Kontakte reduziert werden. Glückliche Ausnahmen waren beispielsweise die Einweihung des Wasserrades an der Holzlarer Mühle und die Wiedereröffnung der Narrenmühle unserer Mühlenfreunde in Dülken.

Ein sehenswertes Highlight gab es dann aber auch noch zu bestaunen, und zwar am 08. November 2021 und sogar im Fernsehen. Im WDR-Fernsehen wurde eine Folge der Sendung „Lecker auf’s Land“ mit Sternekoch Björn Freitag ausgestrahlt. Drehort war die Donsbrüggener Mühle im Kreis Kleve.

Dabei spielte ein alter Bekannter von uns den „Hauptdarsteller“, nämlich unser langjähriger Mühlenfreund Paul Kersjes. In souveräner Manier und in seiner unnachahmlichen Art präsentierte er sich als absoluter Werbeträger für unsere alte Mühlentradition! Wirklich sehenswert. Vielen Dank, lieber Paul, auch noch an dieser Stelle.

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) konnte nach mehrfachen Absagen dann doch noch durchgeführt werden, und zwar in der Zeit vom 01. bis 03. Oktober 2021 im Berchtesgadener Land, ausgerichtet vom Landesverband Bayern.

Dabei wurde der langjährige Präsident Erhard Jahn würdevoll in den Ruhestand verabschiedet. Da mehrere Bewerber vorhanden waren, musste in geheimer Wahl ein Nachfolger gefunden werden. Neuer Präsident wurde Prof. Dr. Johannes Weinig, der bislang stellvertretender Präsident war.

Als Nachfolger für Prof. Weinig wurde daraufhin vom Präsidium unser Landesverbandsvorsitzender Reinhold Pillich vorgeschlagen. Er wurde anschließend einstimmig von der Mitgliederversammlung zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Nähere Einzelheiten über den Verlauf der Mitgliederversammlung in Bayern sind ausführlich durch die DGM in der Ausgabe Heft 4, November 2021 des „Mühlstein“ berichtet worden.

Trotz angespannter Pandemie-Lage wollen wir zuversichtlich auf das kommende Jahr schauen. So wollen wir die Jahrestagung unseres Landesverbandes, die ja pandemiebedingt bereits mehrfach abgesagt werden musste, endlich wieder durchführen. Der Vorstand wird in seiner Sitzung zum Jahresbeginn im Januar 2022 darüber abschließend beraten, natürlich unter Berücksichtigung der sich aktuell darstellenden Gesamtsituation.

Traditionell wollen wir die Jahrestagung Anfang März 2022 in Wegberg ausrichten, wie es eigentlich bereits geplant war. Wegen der späten Karnevalstermine ist der 12. März 2022 der angedachte Termin. Dies steht natürlich alles wieder unter dem Vorbehalt der pandemischen Entwicklung.

Im Namen des gesamten Vorstandes wünsche ich allen unseren Mitgliedern, Freunden und Förderern eine entspannte Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien und einen guten Start ins neue Jahr 2022, verbunden mit einem herzlichen Dank für die Treue und das entgegengebrachte Vertrauen in nicht ganz so einfachen Zeiten. Vor allen Dingen wünsche ich beste Gesundheit.

   Glück zu

   Reinhold Pillich
   Vorsitzender




   DGM-Jahrestagung in Anger

      – Prof. Weinig Nachfolger von E. Jahn

      – Reinhold Pillich in Vorstand gewählt

Nun hat sie tatsächlich stattgefunden, die Jahreshauptversammlung der DGM. Die ursprünglich für Juni 2020 in Thierhaupten geplante Jahrestagung war zunächst auf Juni 2021 verschoben worden und dann, wiederum aus Gründen der Pandemie, auf Oktober an anderem Ort in Bayern. Vom 01.-03.10.2021 begrüßte der Bayerische Landesverband für Mühlenkunde & Mühlenerhaltung die Tagungsteilnehmer in luftiger Höhe im südöstlichsten Zipfel Deutschlands. Auf der Fürmannalm in Anger fand Freitagnachmittag die Vorstandssitzung statt und die abendliche Eröffnungsveranstaltung mit einem Vortrag von Josef Heringer, Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), Laufen, mit dem Titel: „Getreide - die Seele der Agrikultur“.

Am Samstagvormittag führte ein Partnerprogramm die Betreffenden in die benachbarte Stadt Salzburg, während die Mitglieder der DGM – pandemiebedingt durch Wahl von Ort und Zeit nicht besonders zahlreich vertreten (ca. 40) – sich wieder auf der Fürmannalm versammel-ten. Nach Begrüßung und protokollarischen Festlegungen wurde der DGM-Preis 2021 vergeben, der dieses Jahr an Herrn Wagner in Sonthofen vom bayerischen Landesverband ging, den letzten „aktiven  Mühlenarzt“, der die alte Tradition des Mühlenhandwerks von seinem Vater und Großvater übernommen hat (Tischler, Schreiner, Wagner).

Großes Interesse fand ein Fachvortrag von Dr. Josef Rampl, Geschäftsführer beim Bayerischen Müllerbund, der aufgrund des großen Potentials zur umweltfreundlichen Energiegewinnung eine politische Zukunft für die Wasserkraft sieht.

Der Geschäfts- und Kassenbericht zur Jahresrechnung 2019/2020 weist einen Überschuss aus, der aber auf zweckgebundene europäische Fördermittel zur Gründung der Europäischen Mühlengesellschaft „Via Molina“ zurückzuführen ist. Die Kassenprüfung hatte keine Beanstandungen ergeben, und die Versammlung erteilte dem Vorstand Entlastung.


Blick vom Tagungsort Fürmannalm über Anger im Berchtesgadener Land nach Nordosten Richtung Salzburg. Im Hintergund die Mühlsteinwand
(Foto R. Pillich)




MDB Peter Ramsauer (Mitte) überbrachte die Grußworte des Schirmherren Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel. Links: Geschäftsführer DGM Friedrich Rohlfing, Präsident Erhard Jahn. Rechts: Ludwig Angerpointner, 1. Vors. des BLMM, Markus Winkler, Bürgermeister von Anger
(Foto Marco Rinne, Bad Oeynhausen)

Die Finanzplanung lässt für das Haushaltsjahr 2021 ein Defizit erwarten, was der Neuausrichtung der DGM mit neuem Erscheinungsbild (Logo, Webseite usw.) geschuldet ist. Die DGM hält daher eine Erhöhung der Mitgliedsumlage für die Zukunft für unumgänglich, was aber nicht von allen Landes-/Regionalverbänden befürwortet wird.

Für die Planung der „Via Molina“ werden neben Dänemark und den Niederlanden auch Gespräche mit Österreich, Polen und Estland geführt und sogar Aserbaidschan.

 





Dipl.-Ing. Erhard Jahn übergibt die Präsidentschaft an Prof. Dr. Ing. Johannes Weinig
(Foto Marco Rinne, Bad Oeynhausen)

 

Der Präsident der DGM, Erhard Jahn, hat sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl des 1. Vorsitzenden gestellt. Er hatte die Verbandsführung 1999 von seinem Vorgänger Dr. Rolf Momburg übernommen und somit 22 Jahre lang die DGM erfolgreich geführt und Dank und Anerkennung verdient. Die Wahl des Nachfolgers erfolgte in geheimer Abstimmung und erbrachte eine Mehrheit für Prof. Dr. Ing. Weinig, dem wir zum neuen Amt gratulieren.

Durch die Wahl von Prof. Weinig war eine Stellvertreter-Position frei geworden. Hierfür wurde auf Vorschlag des Vorstandes der 1. Vorsitzende unseres Rheinischen Mühlenverbandes, Reinhold Pillich, einstimmig von der Versammlung in den Vorstand der DGM gewählt, herzlichen Glückwunsch.

Rückblickend auf den Deutschen Mühlentag, ausgeführt zusammen mit dem Tag des offenen Denkmals, wurde eine stark reduzierte Teilnehmerzahl (180) festgestellt. Für das kommende Jahr bleibt wieder „normale“ Teilnahme am Mühlentag und regelmäßige Durchführung der Landesverbandssitzungen zu erhoffen. Auf zu neuen Höhen!


  

   Deutscher Mühlentag 2021 am Tag des offenen Denkmals

Nun hat er tatsächlich stattgefunden, der 27. Deutsche Mühlentag, der bereits zweimal am traditionellen Pfingstmontag Corona-bedingt abgesagt werden musste. Die Zusammenlegung mit dem Tag des offenen Denkmals – veranstaltet durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz – hatte sich angeboten, da viele Mühlen auch Denkmäler sind und manche an diesem Tag (traditionell 2. Sonntag im September) ebenfalls ihre Tore öffnen. Leider hat die Verlegung des Mühlentages und die Festschreibung auf den 12.09.2021 nicht alle Mühlenbetreiber rechtzeitig erreicht, manche haben aber auch wegen des erhöhten Aufwandes der Corona-Schutzmaßnahmen ihre Teilnahme abgesagt.

Bundesweit haben 180 Mühlen am diesjährigen Deutschen Mühlentag teilgenommen, davon im Rheinland 11 zwischen Bonn und Emmerich. So z. B. die Holzlarer Mühle in der Stadt Bonn, die bereits 2020 ein neues Wasserrad erhalten hatte, aber das Einweihungsfest mit Mühlenfreunden und Sponsoren auf den 11.09.2021 verschoben hat. Die bereits 1502 urkundlich als Burgmühle erwähnte Anlage wurde 1988 vor dem Verfall gerettet und als Denkmal eingetragen. Der 1989 gegründete Verein „Holzlarer Mühle e. V.“ führte in den folgenden 10 Jahren schrittweise eine Restaurierung durch und kümmert sich um die ständige Erhaltung. Denkmalpflege ist eine Daueraufgabe und nicht mit einer Einzelaktion erledigt, wie hier der Verfall des hölzernen Wasserrades belegt, das nun durch eine überwiegend metallische Konstruktion ersetzt wurde. Das diesjährige Motto zum Tag des offenen Denkmals lautet: „Sein und Schein – in Geschichte Architektur und Denkmalpflege“ und wenn am Mühlentag das Wasser auf das Rad der Holzlarer Mühle fällt, so scheint es, dass es aus dem höher gelegenen Mühlenteich kommt, aber der ist längst nicht mehr vorhanden und das Wasser wird aus einer Zisterne im Kreislauf gepumpt. Aber so lässt sich am historischen Ort die Funktionsweise einer Wassermühle in allen Schritten anschaulich erklären. 

     ►  https://www.holzlarer-muehle.de

 Holzlarer Wassermühle

Erläuterung des Mahlganges

Auch die Schriefersmühle in Mönchengladbach-Rheindahlen aus dem Jahr 1747 ist ein Beispiel für eine erfolgreiche denkmalgerechte Sanierung einer Mühle. Sie steht im Feld an der Landstraße zwischen Elly’s Bikertreff und einer Tankstelle und scheint eine völlig intakte Windmühle zu sein, denn stolz reckt sie wieder ihre neuen Flügel hoch über die Nachbargebäude als letzter Repräsentant einer vergangenen Technologie in Mönchengladbach – und wer weiß, vielleicht ist die Tankstelle nebenan schon bald ein Denkmal für das Erdöl-Zeitalter. Aber das technische Innenleben der Mühle ist nicht mehr vorhanden, der als Lagerraum genutzte Mühlenstumpf war zudem im Krieg völlig ausgebrannt. Unter Leitung des Fördervereins Schriefersmühle e. V. erfolgte die Restaurierung in den Jahren 2011–2020, wobei das Konzept die äußerliche Wiederherstellung vorsah, den Innenraum aber für kulturelle Veranstaltungszwecke frei hält.

     ►  https://www.schriefersmuehle.de/

Schriefersmühle

in der Mühlenkappe

Die Schrofmühle als voll funktionsfähige Korn- und Ölmühle an der Schwalm in der Mühlenstadt Wegberg ist ein besonderes Denkmal. Der fränkische Vierseithof mit 450-jähriger Geschichte ist seit 200 Jahren in Familienbesitz und wurde in den letzten 40 Jahren schrittweise perfekt saniert und 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Der 2004 gegründete Förder- und Museumsverein Schrofmühle Rickelrath e.V. will satzungsgemäß das Kulturdenkmal in seiner ursprünglichen Form wiederherstellen und in Stand halten sowie für die Volks- und Heimatbildung nutzbar machen. So wurden am Sonntag als „Kindermühlentag“ zahlreiche Aktivitäten für die jüngsten Mühlenfreunde angeboten, die regen Zulauf fanden.

     ►  http://www.schrofmuehle.de/

Schrofmühle

für kleine Müller

Getreidekunde


 


   Neues Wasserrad an der Holzlarer Mühle

Endlich konnte das neue Wasserrad an der Holzlarer Traditionsmühle in Bonn Holzlar im Beisein zahlreicher Gäste offiziell seiner Bestimmung übergeben werden! Pünktlich um 14:00 Uhr war es am Samstag, dem 11. September 2021 soweit.

Die Vorsitzende des örtlichen Mühlenvereins, Gaby Zimmermann, zeigte sich stolz und erleichtert zugleich, dass dieses große anspruchsvolle Projekt durch den Holzlarer Mühlenverein umgesetzt werden konnte. Dies war nur durch die großzügige Unterstützung von Sponsoren möglich gewesen, wie sie ausdrücklich betonte.

Aber auch den vielen Helferinnen und Helfern vor Ort, die allesamt ehrenamtlichen Einsatz gezeigt haben, dankte sie für die großartige Hilfsbereitschaft. Nicht nur die Mitglieder des Mühlenvereins seien hier lobend zu erwähnen, sondern auch die Ortsvereine, wobei sie der Feuerwehr für ihren tatkräftigen Einsatz ebenfalls herzlich dankte.

Unser Vorsitzender Reinhold Pillich überbrachte persönlich die Glückwünsche des Vorstandes unseres Verbandes und ebenfalls die Grüße des Präsidenten Erhard Jahn von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung.

In seiner Rede lobte er den Mut und das große Engagement des Holzlarer Mühlenvereins und seiner Freunde vor Ort und würdigte diesen ehrenamtlichen und selbstlosen Einsatz als „Beitrag zur Erhaltung jahrhundertealter Mühlenkultur für kommende Generationen“ und schloss seinen Vortrag mit unserem traditionellen Müllergruß „Glück zu!“


Die Holzlarer Mühle . . .

. . .und ihr neuese Wasserrad


 
 

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